Mit Begrüßungsworten von Ulrich Klopotek von Glowczewski (Klopotek) und Jürgen Lewek (arvato systems) startete gestern in der Bertelsmann Repräsentanz in Berlin bereits zum 6. Mal das Publishers‘ Forum (zuvor: Forum Herstellung im Verlag), das auch in diesem Jahr von Klopotek und arvato systems gemeinsam veranstaltet wurde.
In diesem Jahr folgte das Forum der Leitlinie Die Herausforderung annehmen – Die Marktposition sichern. Mit 190 Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland, darunter Verlagsmitarbeiter und Dienstleister, verzeichnete die Veranstaltung unter der Leitung von Helmut von Berg, (Klopotek & Partner) einen Teilnehmerrekord.
Die Chancen im Umgang mit den digitalen Medien stehen im Zentrum des zweitägigen Forums. Zentrale Themen waren gestern die Sicherung des Urheberrechts, Erfahrungen mit EPUB und XML sowie die Rolle von Taxonomien im E-Publishing. Unter anderem referierte der Kanadier Michael Smith (IDPF) wie rasant sich der E-Book-Markt allein in den letzten 60 Tagen gewandelt hat und empfahl zur Orientierung über Geschäftsmodelle und Strategien die Wiki-Adresse http://sites.google.com/site/tocebookpresentation/Home.
Zwar ist der Marktanteil der E-Books noch gering, doch das kann sich bald ändern, wie der Trend in den USA zeigt. Während ein Teil der Teilnehmer sich am Nachmittag über Qualitätssicherung im XML-Workflow oder Semantisches XML informierte, empfahl Mike Röttgen (arvato systems) in einem dritten Workshop den Verlagen sich rechtzeitig für die Zukunft zu rüsten. Bisher habe sich noch jede Technologie irgendwann etabliert und die Idee des mobilen Lesens werde sich künftig wohl auch durchsetzen.
Für wissenschaftliche Verlage sei das Thema ohnehin nicht neu, so Röttgen. Seit Jahren bieten sie E-Books an, als PDFs des gedruckten Buchs. Die Zielgruppe lese die Texte meist am PC, so Röttgen. Durch die Einführung der mobilen Endgeräte habe das Thema nun eine neue Dimension bekommen, doch viele Verlage seien noch nicht ausreichend vorbereitet, um ihre Inhalte in beliebigen Ausgabeformaten liefern zu können.
Röttgen empfahl schon jetzt mit geeigneten Assett- und Contentmanagementsystemen zu starten. Grundsätzlich müssten die Verlage das digitale Publizieren beherrschen, unabhängig vom Outputkanal oder vom Lesegrät. Ob DRM, Preisgestaltung, Geschäftsmodelle oder Vertriebswege, vielfältige Aufgaben sind noch zu bewältigen. Daher sollten die Verlage die infrastrukturellen, organisatorischen und personellen Voraussetzungen für dieses Geschäftsfeld von morgen schaffen. „Betrachten Sie diese neuerliche Entwicklung nicht als Bedrohung, sondern als Chance“, so Röttgen.
Auch heute steht der internationale Erfahrungsaustausch wieder im Zentrum des Forums. Erwartet werden unter anderem Beiträge von Rob McPherson von Publishing Technology, einem Klopotek Partner, und Nina Kreutzfeldt (Kreutzfeldt Electronic Publishing). Werner Fischer (Klopotek & Partner) wird die Klopotek Software als ASP-Lösung vorstellen, Martin Fröhlich und Felix Hofmann präsentieren ihre Internet-Plattform PaperC, die gerade den Start der Betaphase in Berlin feierte (www.paperc.de), und Stefan Freisler und Marcus Kessler (Schema) zeigen, dass XML-basiertes Content Management kein Buch mit sieben Siegeln ist.
Schema und Klopotek haben übrigens gerade eine strategische Partnerschaft geschlossen, um der Verlagsbranche komponentenorientierte Enterprise-Contentmanagementsysteme (CMS) optimal zur Verfügung zu stellen.
ML