
Fischer, Peter Wippermann (v. l.)
Seit vorgestern tagt der Verband Deutscher Bahnhofsbuchhändler im Hilton Hotel am Gendarmenmarkt. Bei der gestrigen Jahreshauptversammlung, die zum dritten Mal in Folge in Berlin stattfindet, standen Themen wie die Chancen und Risiken digitaler Inhalte und die Fokussierung auf den Kunden von morgen im Zentrum.
Götz Grauert, der Vorsitzende des Verbands, sprach erneut von einem schwierigen Jahr für die Branche. Die negative Tendenz im Pressehandel halte weiter an. Dass der Bahnhofsbuchhandel insgesamt mit einem blauen Auge davon gekommen sei, liege vor allem an der positiven Entwicklung im Bereich Buch, die auch im ersten Quartal des laufenden Jahres anhält. Dennoch, so Grauert, ließen die konjunkturellen Rahmenbedingungen keinen großen Optimismus aufkommen. Es stehe zu befürchten, dass die Rezession und die Ungewissheit vieler Menschen über ihre Zukunft die rückläufige Entwicklung speziell im Pressehandel noch vorantreiben werde.
„Gerade in Krisenzeiten ist Qualität die einzig richtige Formel für wirtschaftlichen Erfolg“, ist Grauert überzeugt. Der Bahnhofsbuchhandel werde sich künftig noch stärker auf hochwertige Produkte konzentrieren. Überhaupt habe man durch Um- und Ausbauten in seine Geschäfte investiert, Mitarbeiter fortgebildet und die Warenpräsentation optimiert. Damit trage der Bahnhofsbuchhandel dazu bei, die Zukunft der Printmedien zu sichern, so Grauert weiter.
Peter Wippermann, der Gründer und Gesellschafter des Trendbüro Hamburg, gab in seinem unterhaltsamen Vortrag einen Ausblick auf den Konsumenten von morgen. In Zukunft gehe es darum sexy zu sein, ein Lebensgefühl zu verkaufen. Lust machen auf Produkte, Verschlankung und Spezialisierung seien das A und O. Es gebe bereits Zeitschriftenläden, die einer Boutique ähneln und ihre Produkte wie Kostbarkeiten anbieten.
Der Buchhandel werde sich den Veränderungen stellen müsste, sagte Tobias Kollmann von der Universität Duisburg-Essen in seinem Vortrag Der Angriff von Kindle & Co. – Chance oder Risiko für den Presse- und Buchhandel?. Noch habe man die Chance zu reagieren, und den Zeitvorteil zu nutzen, denn der Sprung vom Innovations- zum Massenmarkt sei vorprogrammiert, prognostizierte er. Denkbar seien beispielsweise Download-Terminals oder neue Präsentationsformen wie TV-Walls.
Gabriele Fischer, Verlegerin und Chefredakteurin von brand eins, einem Top-Titel in den Bahnhofsbuchläden, stellte ihr Erfolgsrezept vor und warnte vor Aktionismus. Es seit nicht ratsam ausschließlich aufs Internet zu setzen. „Aber betrachten sie das Internet nicht als Feind!“, riet sie den Bahnhofsbuchhändlern, die ihre Tagung heute mit einer internen Mitgliederversammlung beenden.
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