Der Vorstandsvorsitzende der Galeria Kaufhof GmbH, Lovro Mandac, spricht im Exklusiv-Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Der Handel über die Zukunft der Warenhäuser. „Wir haben viel in die Häuser investiert und sind für die Zukunft bestens aufgestellt“, sagt der langjährige Kaufhof-Chef.
Das Warenhaus ist nach Ansicht von Mandac keinesfalls ein Auslaufmodell, der Kunde schätze nach wie vor „die große Auswahl an Marken und Eigenmarken, ohne dass er in ein anderes Geschäft gehen muss“. Mehr als zwei Millionen Besucher kämen täglich in die insgesamt 128 Kaufhäusern des Unternehmens.
Zur beabsichtigten Übernahme von 60 Karstadt-Standorten befragt, verweist Mandac darauf, dass dieser Weg „die sinnvollste Lösung für Karstadt und vor allem für die Mitarbeiter“ sei. Galeria Kaufhof könne die Häuser ohne Unterbrechungen direkt weiterführen und so einen Großteil der Arbeitskräfte sichern, wirbt er fü seinen Mutterkonzern Metro.
Metro hat eine Übernahme der Karstadt angeboten, ist aber beim Insolvenzverwalter zuletzt auf Widerstand gestoßen.
Das Interview mit Mandac erscheint in den kommenden Tagen wird zudem am Samstag, den 4. Juli, auf der Homepage www.derhandel.de veröffentlicht.
Derweil gibt es für Hertie keine Hoffnung auf eine Gesamtlösung. Nun werde der Immobilienbestand zerteilt und veräußert, schreibt die FTD. 11 der 64 Hertie-Gebäude wurden bereits veräußert. Die Verkäufe geben Aufschluss darüber, welche der Warenhäuser eine Zukunft haben – und wie diese aussehen könnte.
So hat Kaufland bereits drei Hertie-Filialen übernommen, um dort ein SB-Warenhaus einzurichten. In München würden zwei Hertie-Filialen so umgerüstet, dass künftig mehrere Einzelhändler darin Platz finden. In Wolfenbüttel werde ein Warenhaus gar zu einer Einkaufsgalerie umgebaut, die einem modernen Shoppingcenter ähnlich ist.
Aus Sicht der FTD seien nur wenige Kauf- und Warenhäuser in ihrer heutigen Form überlebensfähig. Ihr Niedergang setzte schon in den 80er-Jahren ein, als vermehrt Fachmärkte auf der grünen Wiese entstanden. In den 90er-Jahren eroberten die Shoppingcenter die Städte und lockten mit ihrem breiten Mix aus Einzelhandel und Gastronomie viele Menschen an.