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Buchhändlerinnen erlebten in Köln die Vorpremiere für Kirsten Boies neuen Kinderroman „Seeräuber-Moses“

„Sorgenfrei“ hieß das Kölner Lokal, in das der Oetinger Verlag gestern Abend rund 20 Buchhändlerinnen eingeladen hatte, und beschwingt gingen die Gäste nach der Begegnung mit der Autorin Kirsten Boie nach Hause.

Ihr neuer Kinderroman „Seeräuber Moses“ erscheint Ende August, sie sei nicht eher fertig geworden, erklärte die Autorin. Die Illustratorin Barbara Scholz, die ebenfalls nach Köln gekommen war, hatte mit Hochdruck in rund vier Monaten die Bilder für das 320 Seiten starke Buch fertig gestellt. Pressesprecherin Nicole Hartmann konnte den Buchhändlerinnen einen Einblick in den Arbeitsprozess von der Skizze bis zur fertigen Buchillustration geben.

Nach „Der kleine Ritter Trenk“ (soll übrigens verfilmt werden, sowohl als Real- als auch als Trickfilm) hat Kirsten Boie erneut ein Buch geschrieben, das sich besonders gut zum Vorlesen eignet. Seeräuber-Moses wird als Baby von Piraten aus dem Meer gerettet und entpuppt sich nach der Taufe auf den Namen Moses als Mädchen. Das Kind wird trotz des Aberglaubens der Piraten an Bord der „Wüsten Walli“ genommen und entwickelt sich zum besten Schiffsjungen, den es je gab.

Die Überlegung, ein Vorlesebuch für Kinder ab sechs Jahren – und letztlich für die ganze Familie – zu schreiben, sei auch aus der Beobachtung entstanden, dass Vorlesebücher häufig als Anthologien daher kommen, also mit kurzen, abgeschlossenen Geschichten, nach denen die Vorleser sich nicht anhören müssen, wie es denn nun weitergehe. „Dabei ist es ein Spezifikum von Büchern, dass man über Tage und Wochen in einer Geschichte leben kann.“

Die Idee zur Geschichte von Seeräuber-Moses hatte Kirsten Boie am 6. Dezember 2007 an einer roten Ampel. Als Hamburgerin habe sie sich schon länger geärgert, dass immer bloß von den Piraten der Karibik die Rede gewesen sei. „Die waren noch lange nicht entdeckt, da hatten wir schon unsere Piraten auf der Ost- und Nordsee, und die waren auch gut.“ Entgegen ihrer Gewohnheiten habe sie dann gleich angefangen zu schreiben, ohne Plan und ohne Ahnung, wie die Geschichte ausgehen könnte. Nach den ersten vier Kapiteln gab es dann eine Pause mit langen Spaziergängen, auf denen sie sich den weiteren Fortgang der Geschichte überlegte.

Das rheinländische Publikum wurde nach der Lesung von einigen Passagen aus dem Manuskript einem Vokabeltest unterzogen: Ausdrücke wie „abbeldwatsch“, „Tüffel“ oder „brassen“ waren nicht allen Anwesenden bekannt, können aber im Seeräuberwörterlexikon am Ende des Buches bequem nachgeschlagen werden. Kinder werden diese Eigenheiten zu schätzen wissen, die Vorlesenden lernen mit.

Offizielle Premiere hat „Seeräuber-Moses“ beim Harbour Front-Festival in Hamburg, am 19. September im Altonaer Museum. Außerdem wird im August bei Oetinger audio eine CD zu „Ein mittelschönes Leben“ erscheinen, ein Kinderhörbuch über Obdachlosigkeit. Die Buchvorlage hatte Kirsten Boie gemeinsam mit Jutta Bauer für das Obdachlosen-Magazin Hinz und Kunzt realisiert (s.a. BuchMarkt 1/2009, S. 18). Und schließlich: Kirsten Boie macht keine langen Pausen zwischen ihren Büchern, das verriet sie beim Abendessen. Sie schreibt bereits am nächsten Roman. Wir freuen uns drauf.

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