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„Meere“ im Frankfurter Hauptbahnhof

Martin Maria Schwarz (l.) und Alban Nikolai Herbst

Zur zweiten Literaturveranstaltung im Restaurant „Cosmopolitan“ im Frankfurter Hauptbahnhof konnte der Vorsitzende des Vereins Kultur & Bahn, Armin Nagel, heute Vormittag den Autor Alban Nikolai Herbst begrüßen.

Die sonst in der DB Lounge stattfindenden monatlichen sonntäglichen Literaturmatineen sind bereits im August ins „Cosmopolitan“ umgezogen, da die Lounge umgebaut wird.

Im sehr gut besuchten Restaurant in angenehmer Atmosphäre stellte Martin Maria Schwarz den Autor vor und plauderte mit ihm zunächst über die bereits vor über 20 Jahren getroffene berufliche Entscheidung, die Laufbahn des Börsenmaklers gegen die des Schriftstellers einzutauschen. Alban Nikolai Herbst machte auf Ähnlichkeiten aufmerksam; in beiden Metiers werden Geschichten erzählt.

Die Schwierigkeiten mit deutscher Science Fiction wurden dann thematisiert. Herbst wies auf weithin unbekannte phantastische Romane deutscher Autoren hin und nannte beispielhaft Berge, Meer und Giganten von Alfred Döblin.
Den deutschen Autoren hänge anders als den amerikanischen und russischen der Makel an, dass sie sich in der Nazizeit missbrauchen ließen. So kommt es, dass Verlage auf diese visionäre Literatur nicht eben begeistert reagieren.

Als Alban Nikolai Herbst 1981 seinen Roman Wolpertinger oder Das Blau zu schreiben begann, tat er das noch mit der Schreibmaschine. Keiner dachte damals, dass 28 Jahre später der PC zur Normausstattung jedes Haushalts gehört. Der Computer macht die verschiedenen Identitäten, um die es dem Autor in seinen Büchern geht, die es jedoch unabhängig von technischen Entwicklungen gibt, nur sichtbar und betont sie stärker.

Der Feststellung von Martin Maria Schwarz, dass sich der Leser erst an die vielfachen Identitäten und deren Wechsel in den Büchern von Alban Nikolai Herbst gewöhnen muss, widerspricht der Autor: „Wer klassische Musik hört, kennt das, dort ist es genauso.“

Zwei Leseproben aus dem im Vorjahr erschienenen Buch Meere, vom Autor collagiert, folgten und regten offensichtlich die Besucher an, sich diesem Buch intensiver zu widmen, gern signierte der Autor.

Ein kurzweiliger Vormittag im Bahnhof, der die Erfolgsgeschichte der LiteraturLounge, die es nun schon im siebten Jahr in Frankfurt gibt, fortschreibt.

Zur Buchmesse vom 14. bis 18. Oktober sind tägliche Lesungen mit anschließender „Chinesischer Stunde“ geplant, das Programm bis Dezember 2009 steht ebenfalls fest.

JF

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