Die 1992 gegründete Werner Bergengruen-Gesellschaft vergibt in diesem Jahr zum ersten Mal den Werner-Bergengruen-Preis. Er ist mit € 5000.- dotiert und wird anlässlich einer Tagung zum Thema „Alte Novelle – Neues Erzählen“ am 10. Oktober in Uelzen übergeben, wo die Gesellschaft ihren Sitz hat.
Die Wahl des Jurors Wend Kässens, lange Literaturchef des NDR, fiel auf die 1975 in Hamburg geborene und in Berlin lebende Erzählerin Svenja Leiber. In ihrem Erzählband „Büchsenlicht“ macht sie die norddeutsche Provinz zum Thema. Kässens rühmt an Svenja Leiber ihre lakonisch knappe, atmosphärisch dichte Erzählweise: „Hinter den dörflichen Fassaden des Wohlstands und der industriellen Tierproduktion entdeckt sie Verstörte, Verfolgte, Alkoholiker und zerrissene Doppelexistenzen in der Enge ihrer Haut. In den verklinkerten Wartezimmern der Desillusionierung, hinter unkrautfreien Vorgärten, wuchern die Wünsche und Phantasien. Svenja Leiber erzählt, mal grölend laut, mal ironisch böse, häufig zärtlich leise von den Abgründen des Lebens im norddeutschen Landregen dieser Tage.“







