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Zeit für Innovation: Fachverlage investieren trotz sinkender Umsätze

Schere für Innovationen diskutieren: Dr. Eva Wille, Karl-Heinz
Bonny, Jürgen Boos (v.l.n.r.)

So gänzlich unerwartet kommt das Ergebnis der Studie nicht. Fachverlage befinden sich in einem durchgreifenden strukturellen Umbruch, der durch die Wirtschaftskrise nur beschleunigt wird. Mittelfristig planen Fachverlage daher, massiv in die Entwicklung neuer Angebote sowie in die Personalentwicklung zu investieren – und das trotz sinkender Umsätze und sinkender Profitabilität.

In dieser Schere liegt schon eher eine Dramatik, die über das zukünftige Wohl und Wehe im Fachpresse-Markt entscheidet und die jetzt aus der der Studie Wege in die Zukunft – Herausforderungen für Fachverlage 2010/2013 hervorgeht. Sie wurde beim Empfang der Deutschen Fachpresse auf der Buchmesse in Frankfurt vorgestellt wurde.

Dr. Eva Wille, Karl-Heinz Bonny, Hauptgeschäftsführer der Landwirtschaftsverlag GmbH und Messedirektor Jürgen Boos diskutierten die Herausforderungen, die sich aus ihr ergeben.

Die Autoren Dr. Martina Steinröder (Steinröder Publishing Consulting) und Bernd Pitz (Selbstverständlich – Rat & Tat für Medien) haben im Rahmen der qualitativen Studie Geschäftsführer von Fachverlagen nach der aktuellen Geschäftsentwicklung, wichtigen Herausforderungen der nächsten Jahre und den daraus resultierenden strategischen Möglichkeiten befragt. Anhand der Ergebnisse wurden die von den Verlegern erwarteten Zukunftsszenarien und Handlungsemp-fehlungen abgeleitet. Steinröder und Pitz haben die Studie mit Unterstützung der Deutschen Fachpresse durchgeführt.

Während Fachverlage mit einem hohen Anteil an Zeitschriften, bedingt durch die Wirtschaftskrise, deutliche Rückgänge bei den Anzeigenerlösen hinnehmen mussten, verlief die wirtschaftliche Entwicklung der Fachverlage mit einem gemischten Angebotsportfolio, beispielsweise im Wissenschaftsbereich, eher konstant. Die Fachverlage reagieren relativ besonnen und mit kurzfristigen Kosteneinsparungsmaßnahmen.

Als wesentliche Herausforderung sehen die Fachverlage die zunehmende Digitalisierung. Fachverlage erwarten zurückgehende Printumsätze. Die wichtigste Konsequenz: die Entwicklung von neuen Angeboten und Services für Fachzielgruppen. Während viele Verlage darauf hoffen, dass das Internet die Verlage aus der Krise rettet, sehen andere keine funktionierenden Online-Geschäftsmodelle und setzen auf Services oder Veranstaltungen.

Schlüsselfaktoren für zukünftige Erfolge sind für Fachverleger daher Investitionen in die Produktentwicklung und die Personalentwicklung. Den Verlagen fehlen kompetente Mitarbeiter für den Aufbau neuer Geschäftsfelder. Insbesondere mittelgroße Fachver-lage sind zudem von der zunehmenden technischen Komplexität bei gleichzeitig fehlenden Standards betroffen. Strategische Partnerschaf-ten bei Produktentwicklung, Technologie und Vertrieb werden nach Aus-sage der Verleger benötigt.

Während über das „Was“, nämlich die wesentlichen strategischen He-bel, unter den Verlegern relative Einigkeit herrscht, besteht über das „Wie“ jedoch ein erhebliches Maß an Unsicherheit. „Neue Entwicklungen lassen sich aber kaum mit dem herkömmlichen Vorgehen beherrschen. Hohe Flexibilität und rasches Handeln sind die Erfolgsfaktoren zur Erschließung neuer Geschäftsfelder“, sagt Steinröder. Und Pitz ergänzt: „Auch strategische Akquisitionen, zum Beispiel von Software-Unternehmen, können den benötigten Kompetenzaufbau erheblich beschleunigen.“

Bernd Adam, Geschäftsführer Deutsche Fachpresse, stellt fest: „Die Fachverlage zeigen echten Unternehmergeist, wenn sie jetzt trotz konjunktureller Krise versuchen, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Ohne Zweifel ein Kraftakt, und niemand hat ein Patentrezept. Doch wer nichts tut und auf die Rückkehr der alten Zeiten wartet, ist ganz sicher schlecht beraten.“

Erläuternde Grafiken können auf www.deutsche-fachpresse.de heruntergeladen werden. Die komplette Studie kann ab Anfang November bei der Deutschen Fachpresse seiring@deutsche-fachpresse angefordert werden.

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