
Im Rahmen der Reihe Literatur im Schloss: Die Manns [mehr…], [mehr…] fand am 2. Dezember die letzte Veranstaltung dazu im Frankfurter Holzhausenschlösschen statt.
Dr. Günter Paul, 1. Administrator der Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen, konnte den bekannten Germanisten Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Volkmar Hansen als Gast begrüßen.
„Wir sprechen über ein Stück Irrationalität“, begann Volkmar Hansen seinen Vortrag und erinnerte an viele Missdeutungen dieses Romans.
Bereits 1904 beschäftigt sich Thomas Mann mit dem Faustus-Thema, Tagebuchnotizen aus dem Jahr 1933 weisen erneut darauf hin. Thomas Mann wollte mit seinem Doktor Faustus das letzte große Werk seines Lebens vorlegen.
Die eigentliche Arbeit an dem Buch nahm er 1943 auf, 1947 erschien das Werk, eine deutsche Zeitgeschichte, die als selbst Erlebtes beschrieben wird.
Zur Methode erläuterte Volkmar Hansen den dreifachen Schriftsinn, der literarische, mythologisch-poetische christliche und allegorische Bedeutungen in sich vereint. Allem liegt ein kompliziertes Motivgeflecht nach Erfahrungen aus der Musik Richard Wagners zugrunde. Beeinflusst wurde Thomas Mann zudem von Friedrich Nietzsche und Hugo Wolf, Theodor W. Adorno und Arnold Schönberg. Sohn Michael Mann steuerte musiktheoretische Kenntnisse bei.
Der große Roman hat seit seinem Erscheinen und bis heute eine wahre Sucht nach Auffindung der Quellen hervorgerufen, immer wieder gibt es unterschiedliche Deutungen. Er ist eine komplexe Verflechtung geschichtlicher Ereignisse in Deutschland von Luther über Goethe bis zur Zeit Thomas Manns, das macht das Buch kompliziert, ungeheuer vielschichtig und spannend zugleich.
JF







