
Grütters, Gregor Dotzauer, Claudia Lux,
Torsten Kasimir (v.l.)
Mit einem Grußwort von Direktor Milan Bulaty begann gestern Mittag in der Bibliothek der Berliner Humboldt-Universität, dem Jacob-und-Wilhelm-Grimm Zentrum, die Jahrestagung des Arbeitskreises kleinerer unabhängiger Verlage.
Im Mittelpunkt der dreitägigen Tagung stehen Fragen zur digitalen Technologie, zum Vertrieb und – am Standort Berlin – auch die Schnittpunkte zwischen Politik und Verlagen. Nachdem Justitiar Christian Sprang die Strategie des Börsenvereins zur Rechteverfolgung im Internet vorgestellt hatte, ging es in einer von Torsten Casimir, dem Chefredakteur des Börsenblatts, moderierten Podiumsdiskussion um die Rolle der kleineren Verlage in der digitalen Welt.
Verleger Dietrich zu Klampen beklagte, dass kleine Verlage in den Medien kaum noch wahrgenommen würden. Dem widersprach der Literaturkritiker und Alfred-Kerr-Preisträger 2009 Gregor Dotzauer. Der Tagesspiegel-Journalist sieht im Internet eine Chance für kleine Verlage. Ihre Sichtbarkeit habe zugenommen, sagte er, und mit einer gut gestalteten Website und Möglichkeiten wie Facebook könnten sie mit den Großen mithalten.

Weidmann, Bettina Preiß (v.l.)
Kulturinhalte müssten einer breiten Zielgruppe zugänglich gemacht werden, aber das dürfe nicht auf Kosten der Urheber geschehen, betonte Monika Grütters. (CDU), die Vorsitzende des Kulturausschusses des Bundestages. Die Politik habe das Problem erkannt, sagte sie und forderte die Verlage auf, ihrerseits Vorschlägen zu machen, wie sich der Schutz der Urheberrechte im Internet verbessern lasse.
Das Internet dürfe kein rechtsfreier Raum sein, sagte sie und betonte, dass der Schutz der Urheberrechte im Internet nur auf internationaler Ebene zu verbessern sei.
Das Internet könne auch das gedruckte Buch beflügeln, so Claudia Lux, die Generaldirektorin der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Es gelte, über Möglichkeiten nachzudenken, wie der Zugang zu Informationen im Internet erleichtert und trotzdem Geld verdient werden könne. Damit sorgte sie für genügend Gesprächsstoff beim Abendessen.

Zum Aperitif begrüßte Birgit Reuss, die Leiterin des Berliner Büros des Börsenvereins, die Teilnehmer zu einem Empfang in ihren repräsentativen Räumen am Schiffbauerdamm. Bei dieser Gelegenheit gab Bettina Preiß bekannt, dass sie nach zehn Jahren ihr Amt als Sprecherin abgibt. Als ihren Nachfolger stellte sie Armin Gmeiner vor.
Am heutigen Freitag stehen die Vermarktung von E.Books, die Möglichkeiten sozialer Netzwerke und Vertriebsfragen auf der Tagesordnung. Unter anderem wird Geschäftsführerin Julia Claren das „Konzept Dussmann“ vorstellen.
ML