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Ravensburger Buchpräsentation mit Hermann Vinke und Zeitzeugen in Berlin

Iris Berben und Hermann Vinke

Eine beeindruckende Lesung, ein bewegender Abend: Der ehemalige Rundfunkjournalist und Jugendbuchautor Hermann Vinke stellte gestern im Berliner Martin-Gropius-Bau sein neues im Ravensburger Bucherlag erschienenes Werk Wunden, die nie ganz verheilten. Das Dritte Reich in der Erinnerung von Zeitzeugen vor.

Sabine Zürn, Programmleiterin des Ravensburger Sachbuchs, die die Idee zu dem Buch hatte, begrüßte die zahlreichen Gäste. Was den Abend so bewegend machte, war die Anwesenheit von zehn Zeitzeugen, die unter anderem aus Israel, den USA und Holland angereist waren, darunter der 92-jährige Résistance-

Sabine Zürn

Kämpfer Stéphane Hessel aus Paris und der 90jährige Max Mannheimer, der Auschwitz überlebt hat. Dass die Zeitzeugen des Holocaust mittlerweile hoch betagt sind, macht ihre Erinnerungen so kostbar. Hermann Vinke hat sie nun aufgeschrieben.
In einer Zeit, da die Augen- und Zeitzeugen immer weniger werden, sei es wichtig, die Erinnerungen im kulturellen Gedächtnis von Büchern festzuhalten, so Sabine Zürn. Wie mit vielen anderen Sachbüchern wolle der Verlag auch mit Vinkes neuem Werk junge Menschen zur Auseinandersetzung mit der Geschichte anregen.

Im Wechsel mit der Schauspielerin Iris Berben, die sich seit Jahrzehnten für Aussöhnung und Toleranz einsetzt, las Vinke einige der bedrückenden Lebensgeschichten, bevor dann Moderator Wolfgang Herles auch die Zeitzeugen Gudrun Pausewang, Jack Terry und Max Mannheimer zu einer Gesprächsrunde aufs Podium bat. Sie waren nicht als Ankläger gekommen, sondern als Zeugen der Zeit – und als Mahner, dass so etwas nie wieder passiert.
„Ich will mein Wissen und die menschliche Brutalität, die im Dritten Reich unbeschreibliche Ausmaße angenommen hat, weitergeben. Dies soll eine Mahnung und eine Warnung sein. Es kann wieder passieren“, so Max Mannheimer, der seine Geschichte bereits Tausenden Schülern erzählt hat.

Insbesondere einem jugendlichen Publikum will das Buch vermitteln, was Krieg, Terror und Diktatur für den einzelnen Menschen bedeuten. Es will Anstoß geben, Anstoß zu Mut und Zivilcourage. Umso erfreulicher, dass auch viele junge Menschen unter den Zuhörern waren. Man wünscht dem Buch viele – nicht nur jugendliche Leser. Das gleiche Anliegen hat auch Max Mannheimer. Er habe bereits einen ganzen Stapel Bücher gekauft, um sie nun an Schulen zu verschenken, so Mannheimer: „Eine Investition in die Demokratie.“

ML

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