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Tagesseminar bei Umbreit: Buchhändler staunten über die Vielfalt und Umsatzmöglichkeiten von Hörbüchern

Umbreit-Tagesseminar: Tipps zur Optimierung von
Präsentation und Verkauf

Gut ein Dutzend Buchhändler aus der größeren Region – von Bitburg bis Bamberg – waren am Dienstag der Einladung des Barsortiments Umbreit ins baden-württembergische Bietigheim-Bissingen gefolgt, um sich in einem Hörbuch-Tagesseminar wichtige Grundlagen und Tipps zu Präsentation und Verkauf anzueignen. Das Angebot entstand auf Initiative von Peter Bosnic, Geschäftsführer von steinbach sprechende bücher.

„Hörbücher kann man nicht quasi nebenher verkaufen, sondern man sollte sich offensiv auf die Eigenständigkeit des Mediums einlassen“, so BuchMarkt-Autor und Hörbuch-Coach René Wagner (www.hoerbuchseminare.de) „Wer die ungeheure Vielfalt auf dem Hörbuchmarkt kennengelernt und auch mal gesehen hat, wie immens aufwendig und kostspielig es ist, Hörbücher zu produzieren, der muss ja nicht gleich zum Fan werden – aber er wird als Händler ganz anders mit dem Medium umgehen.“

Die Seminarteilnehmer erlebten den Hörbuch-Tag dann auch mit vielen Eindrücken, neu gewonnenen Erkenntnissen und teilweise auch Erstaunen. So präsentierten Peter Bosnic und Steinbach-Vertriebsleiterin Julia Böcker u.a. eine detaillierte Kostenrechnung zu einem „durchschnittlichen“ Hörbuch – da wurde es den Zuhörern fast schwindelig, wie viele Aspekte und Elemente im Ablauf der gesamten Produktion es zu beachten und vor allem zu finanzieren gilt. Spätestens bei der Umsetzungsform Hörspiel, das meist zehn- bis zwanzigmal aufwendiger als eine Lesung ist, wurde klar: „Hörbücher sind kein Abklatsch der gedruckten Literatur, sondern werden von den Verlagen mit viel Liebe gemacht“, stellte Peter Bosnic fest. Gertrud Selzer von der Buchhandlung „Rote Zora“ in Merzig pflichtete ihm bei: „Es gibt immer wieder Hörbücher, die besser als ihre Buchvorlage sind, weil sie den Stoff erst so richtig zum Klingen bringen.“

Im Mittelpunkt des Seminars standen Grundlagen wie Zahlen zum Hörbuchmarkt, Käuferschichten, Hörbuchgattungen, Auszeichnungen und Hörbuchpreise, innovative Verpackungen, Informationsquellen für die richtige Auswahl, Qualitätskriterien zur Bewertung von Produktionen, Entwicklungsstufen von der Idee bis zum fertigen Produkt – inklusive zahlreicher Checklisten und Informationsmaterial.

Mit den „Basics“ ausgestattet ging es nach dem Mittagessen in den besonders interessanten zweiten Teil des Tages, in dem konkrete Tipps zur Optimierung von Präsentation und Verkauf gegeben wurden – von der richtigen Kennzeichnung und Gliederung der Hörbuchabteilung über Dekorationsmaterial, Verkaufshilfen und Marketingkampagnen der Verlage bis hin zu Hörstationen. „Noch längst nicht gibt es in allen Buchhandlungen, die auch Hörbücher führen, eine Möglichkeit für den Kunden, in die CDs hineinzuhören – dabei reicht schon ein einfacher CD-Player“, meinte René Wagner. „Professionelle Hörstationen fangen in der einfachsten Form schon bei gut 300 Euro an, und mit über 2.000 Euro teuren Touchscreen-Lösungen haben Sie fast das gesamte lieferbare Sortiment mit tausenden Hörproben in Ihrem Laden, und das immer aktuell.“

Ebenso angesprochen wurde der digitale Vertrieb, den Buchhändler nicht nur den „Großen“ überlassen sollten. Immerhin liegt allein der Download-Umsatz mit Hörbüchern schon auf einem ähnlich hohen Niveau wie bei Musik-Downloads übers Handy. Hörbuch-Downloads, aber auch E-Books und Video-Streams – mittlerweile tausende Titel – können z.B. über „UmbreitLoad“ abgewickelt werden www.umbreitload.de – eine zentrale Schnittstelle, die so in die Webseite von Buchhändler-Shops integriert werden kann, dass die Eigenständigkeit des eigenen Shops erhalten bleibt. So partizipieren Buchhändler durch Provision an jedem verkauften Download, brauchen sich aber um die Abwicklung, Auslieferung und den Bezahlvorgang nicht zu kümmern.

Wagners Fazit: „Die Rezeption von Literatur wird immer vielfältiger, immer mehr Menschen haben ihre unterschiedlichen Medieninhalte immer bei sich. So werden Buchhändler mehr und mehr zu einer Art ‚Medienvermittler‘ mit Beratungskompetenz in allen Bereichen. Das Ziel sollte sein, nicht einfach nur Kundenwünsche zu erfüllen, sondern dort, wo es zum Produkt und zum Kunden passt, auf bessere Alternativen zu verweisen – die dann einerseits den Kunden glücklich machen, aber auch dem Buchhändler mehr Marge bringen.“ Sein Tipp: „Buch-Novitäten lieber gleich als Hörbuch hören, dann haben Sie Zeit gespart und können nicht nur das Hörbuch, sondern auch das Buch besser verkaufen.“

Übrigens: Schon gut 200 Hörbuch-Buchhändler werden bundesweit vom AK Hörbuch des Börsenvereins. Die „Audiolounge“ bietet exklusives Informationsmaterial, verlagsübergreifende Berater, speziell für die Händler produzierte Hörproben-CDs sowie Einladungen zu Events. Engagierte Händler können sich u.a. an Peter Bosnic wenden, der zum Sprecherkreis des AK Hörbuch gehört. Weitere Infos liefert die Webseite www.hoerbuchverband.de.

mkt

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