Vier Juroren der LUCHS-Jury ziehen die Konsequenzen aus der Verlagerung der Kinder- und Jugendbuchkritik aus dem Feuilleton der ZEIT in die KinderZEIT: Nach Julia Franck erklären nun auch Marion Gerhard, Franz Lettner und Hilde Elisabeth Menzel ihren Rücktritt aus der Jury des Kinder- und Jugendbuchpreises von ZEIT und Radio Bremen.
„Das Verlagern des Kinder- und Jugendliteraturpreises LUCHS aus dem Feuilleton in die KinderZEIT hat zu konzeptuellen und qualitativen Veränderungen geführt, die eine weitere Zusammenarbeit unmöglich machen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der zurückgetretenen Jury.
Silvie Rundel, Pressesprecherin der ZEIT kommentierte buchmarkt.de gegenüber: „Wir nehmen den Rücktritt der Luchs-Jury, die über viele Jahre gute Arbeit geleistet hat, mit Bedauern zur Kenntnis. Wir respektieren aber die Entscheidung der Jurymitglieder, nach langjähriger eingeübter Praxis die von der ZEIT angestrebten konzeptionellen Veränderungen im Bereich Kinder- und Jugendbuch nicht mittragen zu wollen. Das ist besonders schade, da wir dem Bereich Kinder- und Jugendbuch künftig noch größeres Gewicht verleihen wollen. Eine neue, hochqualifizierte Jury bereitet sich schon jetzt darauf vor, die Arbeit in der guten Tradition des Luchs Kinder- und Jugendbuchpreises weiterzuführen.“
Der LUCHS-Jury gehört außerdem die ZEIT-Redakteurin Susanne Gaschke an, die die redaktionelle Betreuung der Kinder- und Jugendbuchkritik im Zuge der Verlagerung in die KinderZEIT von Susanne Mayer übernommen hatte. Die zurückgetretenen Juroren waren noch vom im vergangenen Jahr verstorbenen ZEIT-Redakteur Konrad Heidkamp [mehr…] berufen worden.
Der Umzug der Kinder- und Jugendbuchkritik innerhalb der ZEIT hatte zu Diskussionen geführt: Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen, Ulrich Störiko-Blume, und die Autorin Jutta Richter hatten ebenso mit offenen Briefen reagiert [mehr…] wie die Internationale Jugendbibliothek in München und der Arbeitskreis für Jugendliteratur [mehr…].