
Georg Rieppel wird heute 60 Jahre alt. Kiepenheuer & Witsch-Vertriebsleiter Reinhold Joppich gratuliert dem Vertrieb- und Marketing-GF bei Klett-Cotta zum runden Geburtstag:
So ist er: „Wir brauchen große Plastiksäcke, dann treffen wir uns gegen 19.00 Uhr am Faschostand und räumen den ab, denn dann ist kaum noch jemand auf der Buchmesse“, schlug Georg R. vor. Wir anderen waren sofort einverstanden – wir, die Aufrechten vom 6er-Club. Die Nazi-verherrlichende braune Sülze und die perfide Holocaust-leugnenden Pamphlete landeten im Müll.
So aber auch: „Nehmt meinen Spitfire und macht euch auf den Weg nach Italien, Lenggries ist nicht weit von Venedig.“ Birgit N. und Reinhold J. brachten es aber nicht übers Herz, Georg R. das geliebte Cabrio zu nehmen und kehrten nach 50 Kilometern in selbiger Nacht nach Lenggries zurück. Und so kennen ihn die meisten: Nach Mitternacht im Panaromarestaurant des Maritim in Ulm, ein schwarzer Flügel auf dessen weißen und schwarzen Tasten leicht und spielerisch die Hände von Georg R. den Blues zaubern. Zu seinem Spiel gesellt sich die unkontrollierte Stimme von Reinhold R. und versucht den Blues stimmlich zu vollenden. Der harte Kern der Verleger und Versender jubeln dem Duo zu, denn es ist spät und viel guter Wein hat alle Hemmungen fallen lassen.
Ach, noch viele Geschichten, Taten und Aktionen von Georg R. gehen mir durch den Kopf, wenn ich die Vergangenheit reflektiere, unsere Vergangenheit – die der jetzt 60-Jährigen oder die, der uns bald Folgenden. Ein sehr treuer Mensch ist Georg Rieppel.
Seinen Freunden gegenüber, und das sind wir alle geblieben – Felicitas, Andreas, Ralf, Stephan, Rudolf, Christian und ich –, ist er immer ein Motivator, ein Spiritus Rector gewesen. Und das ist er auch heute noch, vielleicht ein bisschen gelassener. Voller Ideen und Tatendrang, immer mit dem Bewusstsein und Einsatz für die Literatur, das Buch. Ein Kämpfer für die Unabhängigkeit der Verlage, für die Vielfalt des Buchhandels.
Wir haben aber auch mit ihm gerungen und gelitten als er sich nach 16 Jahren C.H. Beck in das Abenteuer Suhrkamp stürzte. Ich erinnere mich noch sehr gut an seine anfängliche Euphorie und sein Engagement. Georg war einfach zu progressiv und nicht „cool“ genug für das Unternehmen Suhrkamp. Bevor er dann bei Herder landete, holte ich ihn aus dem Tal der Tränen und Ungewissheit zum Karneval nach Köln. Er lachte endlich wieder und genoss die Abwechslung. Bei Herder sorgte er für neuen Schwung und Weltoffenheit. Und das mit Erfolg.
Jetzt ist er bei Klett Cotta. Wenn ich mit ihm telefoniere, sprüht er vor Begeisterung über jede gelungene und wohlfeile Rezension „seiner“ Romane. Georg Rieppel ist wieder angekommen in seinem Metier. Es ist nie zu spät und „Alter“ ist wahrhaftig relativ.
Georg Rieppel wird nun auch 60 Jahre alt. Bisher hat er ein abwechslungsreiches, aufregendes und gutes Leben geführt. Mit Beate hat er ein wunderbare Frau und Freundin und zwei tolle Kinder.
Die vor ihm liegende Zukunft wird er mit Bravour, zunehmender Gelassenheit, aber mit nie nachlassender Begeisterung gestalten. Dabei werden ihm seine Klugheit, intellektuelle Klarheit und tiefe Humanität den Weg weisen.
Dir, lieber Georg, nur das Beste und Schönste zu Deinem runden Geburtstag. Von Herzen. Dein Reinhold.
P.S. Und wenn wir dann in Rente gehen, dann geht’s noch mal richtig los, dann beginnen unsere wahre Orgien.
Kontakt: g.rieppel@klett-cotta.de
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