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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und Sarrazin und kein Ende

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Das Internationale Literaturfestival in Berlin hat Thilo Sarrazin ausgeladen. Michel Friedman greift in einem Interview auch den Verlag an, dem es wohl nur ums Geschäft gegangen sei.

„Seltsam mißraten“ findet Jörg Plath Tomás Eloy Martínez’ Roman Purgatorio (S. Fischer).

Annotiert: Ralph Dutli Fatrasien – absurde Poesie des Mittelalters (Wallstein).

Zur Eröffnung der IFA beschreibt die FR die Wohnzimmer der Zukunft. TV und Internet veschmelzen, Firmen träumen von zielgenauer Werbung. Vier Megatrends hat die Zeitung ausgemacht, darunter zwar nicht E-Reader, aber sie sieht einen Megatrend für Mobile Alleskönner, zu denen das Lesen am Bildschrim gehören könnte. Trotz hoher Preise nutzen schon ein wachsende Zahl das mobile Internet, hier sehen die Elektronikfirmen eine Zukunft.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Jög Wollenberg ganzseitig über Theodor Lessing und seine pädagogischen Ideen.

’tschuldigung, schon wieder Thilo Sarrazin: In seinem Buch beruft er sich auf die Psychologin und Intelligenzforscherin Elsbeth Stern, macht sie zur Kronzeugin seiner Vorstellungen: Doch die lehnt die Vereinnahmung ab. Sarrazin habe Aussagen aus dem Kontext gerissen und falsch wiedergegeben.

In den Starlöchern: Tony Blairs Erinnerungen kommen am 6. September (C. Bertelsmann).

Erwin Mortier Götterschlaf (DuMont).

Robert Seethaler Jetzt wird’s ernst (Kein & Aber).

Neue Sachbücher
David Lama High (Knaus)

Herfried Münkler u.a. Sicherheit und Risiko (transcript).

Süddeutsche Zeitung

„Gehirn und Erbse“: Thilo Sarrazin politisiere mit seinen Ausführungen über erbliche Intelligenz wissenschaftliche Ungewissheiten.

„Gegen die widerliche Optimismus-Industrie“: Die amerikanische Autorin Barbara Ehrenreich zerlegt in Smile or Die (Kunstmann) eine gigantische Schwindelmaschine unserer Zeit: das „positive Denken“.

„Auszug aus dem Mausoleum“: Serbien wird Schwerpunkt der Leipziger Buchmesse sein: Hans Peter Kunisch berichtet, wie sich die Literaturszene darauf vorbereitet. Das wird schwierig, weil viele Schriftsteller schnell als Nestbeschmutzer abgestempelt werden.
Erwähnt werden Titel von Streten Ugricic, der wirft in seinen Kollegen im PEN-Club vor, einer zu großen Nähe zur Macht zu frönen, er ist Autor des Titels An den unbekannten Helden. Von Dragoslav Dedovic liegt bereits Zimmer mit Rad aus dem Drava Verlag auf dem Markt vor. Kunisch war in Novi Sad, der Stadt Aleksander Tismas und besuchte die Buchhandlung Géza Con in Belgrad. In der Straße gab es vor zwei Jahren noch fünfzehn Buchhandlungen. Auch wenn noch wenig Übersetzungsprojekte klargemacht sind: Auf die Begegnung der Diskussionskultur könne man gespannt sein.

Annotiert wird
Daniel Miller: Der Trost der Dinge. Fünfzehn Porträts aus dem London von heute, Suhrkamp

Die Rettung von Karstadt ist noch längst nicht in trockenen Tüchern. Nicholas Berggruen befindet sich auf der Zielgeraden, aber könnte im letzten Moment immer noch scheitern. Der hat zwar einen Kaufvertrag, nun müssen aber noch die Geldgeber des Vermieterkonsortiums Highstreet noch zustimmen. Und es bleiben viele Fragen offen: Zum Beispiel wie das Konzept, die 120 Karstadt-Häuser in drei selbständige Einheiten zu teilen, funktionieren soll. Die Zeit eilt, denn bald müssen die Einkäufe für die kommende Saison ausgelöst werden. Der Insolvenzverwalter werde diese aber nicht zu Lasten der Insolvenzmasse auslösen.

Die Welt

Necla Kelek und Monika Maron im Streitgespräch über Sarrazin: „Nicht Sarrazin, sondern die Diskussion spaltet das Land“.

Thomas Kielinger hat sich die Blair-Memoiren schon mal angesehen – und Gordon Brown kriegt sein Fett weg. Alles andere hätte uns auch gewundert.

Neue Folge von „Der Leser, das unbekannte Wesen“: Eine Düsseldorfer Begegnung mit Peter Handkes treuestem Fan.

Annotationen
Michio Kaku Einsteins Würfel (Piper) und Salman Ansari Schule des Staunens (Spektrum).

Financial Times Deutschland

Auf er Titelseite wird die Biografie von Tony Blair (A Journey, C. Bertelsmann im September) vorgestellt, die die Chronik einer gescheiterten Liebe sei und titelt „Des Pudels Kern“.

„Karstadt droht das Aus“, titelt die FTD oben drüber auf der ersten Seite und hier liests sich etwas dramatischer. Morgen müsse das Gericht über die Rechtmäßigkeit des Kaufs entscheiden, trotzdem hat der Insolvenzverwalter vorsorglich schon mal den Liquidationsplan an die Gläubiger verschickt. Den muss er den Gläubigern heute Abend vorstellen, wenn die Geldgeber von Highstreet heute nicht zustimmen. Offenbar fürchtet Insolvenzverwalter Hubert Görg eine Ablehnung und damit das Ende des Essener Kaufhausunternehmens. Damit will er nun Druck machen. Berggruen-Konkurrenz Borletti versucht Mezzanine-Geldgebern die Kredite abzukaufen, um selbst an den Konzern zu kommen, nachdem er bei Görg abgeblitzt war. Erneut wird über eine erneute Terminverschiebung vor Gericht spekuliert.

Auf der IFA sind zwei Ausstellungsbereiche nur für E-Reader reserviert worden. Sony präsntiert eine neue Phalanx von Readern heißt es und trete damit gegen den Kindle von Amazon und den Nook von Barnes&Nobles an. Ein Marktforscher prognostiziert Sony, einen weiteren Rückfall in der Gunst der Kunden, es sei dem Konzern nicht gelungen eine Nähe zum Buchleser aufzubauen, die ließe sich nicht kaufen. Sony habe Schätzungen zur Folge 1,5 Mio. Reader verkauft, Barnes & Nobles liege knapp darunter. Was hier nicht steht, ist, dass auch Thalia und Libri [mehr…] neue Lesegeräte auf der Messe vorstellen werden.

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