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John M. Spalek möchte dem Exilarchiv noch einige Koffer schicken

John M. Spalek mit Urkunde

Heute Nachmittag wurde der Pionier der Exilforschung, John M. Spalek, mit der Ehrenmitgliedschaft in der Gesellschaft für Exilforschung geehrt [mehr…].

Die Feierstunde in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main wurde von der Direktorin, Elisabeth Niggemann, eröffnet. Sie erinnerte an das erste Ehrenmitglied der Gesellschaft für Exilforschung, Hans Mayer, dem 1987 die entsprechende Urkunde überreicht worden war.

Die Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Nationalbibliothek und der Exilforschung ist über 40 Jahre alt, damals leitete und förderte der Leiter der Bibliothek und des Deutschen Exilarchivs 1933-1945, Werner Berthold, die Kooperation.

Elisabeth Niggemann verlas ein Grußwort von Inge Jens, die leider nicht an der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft teilnehmen konnte.

In ihrer Ansprache würdigte die Vorsitzende der Gesellschaft für Exilforschung, Ursula Langkau-Alex, die Verdienste John M. Spaleks und wies darauf hin, dass jedes wiedergefundene Werk ein Sieg des Humanen über Gewalt und Unmenschlichkeit des Nazismus und ein Zeugnis gegen das Vergessen sei.

Langkau-Alex ließ abschließend Altersgründe nicht gelten und forderte das Ehrenmitglied John M. Spalek (82) auf: „Folgen Sie Hans Keilson! Er lässt Ihnen die herzlichsten Grüße übermitteln!“ Zur Erinnerung: WELT-Literaturpreisträger Keilson [mehr…] galt 1933 als eines der wichtigsten Nachwuchstalente des S. FischerVerlags und lebt heute 101jährig in den Niederlanden.

In seinen Dankesworten nannte Spalek die Gründe für seine Forschungsarbeit. Er war von 1960 bis 1970 in Los Angeles angestellt und traf hier Dutzende von Emigranten, darunter Marta Feuchtwanger, den Drehbuchautor George Froeschel, die Schauspielerin Fritzi Massary. Schon zuvor hatte er sich mit Ernst Toller beschäftigt. Schließlich beauftragte ihn Walter Berendsohn, Begründer deutschsprachigen Exilliteraturforschung, mit verschiedenen Aufgaben.

Als erstes rettete Spalek den Nachlass von Fritz von Unruh von einem Dachboden, seitdem hat er wohl 500 bis 600 Koffer voller Nachlässe nach Frankfurt geschickt.

„Ich möchte noch so zwei Jahre arbeiten, 20 bis 30 Nachlässe gibt es noch“, schloss John M. Spalek seine Ausführungen. Gleichwohl werde es immer schwieriger – gegenwärtig muss er nicht mit den meist erfreuten und zustimmenden Emigranten verhandeln, sondern mit deren Kindern.

In wenigen Tagen wird das USA Supplement 1 von Deutschsprachige Exilliteratur seit 1933 im Verlag De Gruyter Saur erscheinen.

JF

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