
Heute eröffnet das Städel Museum in Frankfurt am Main eine einzigartige Ausstellung: In Die Chronologie der Bilder werden im Ausstellungshaus 300 Bilder aus sieben Jahrhunderten auf zwei Etagen gezeigt.
„Wir haben das Maximum an Hängefläche genutzt“, erläuterte Max Hollein, Direktor der Kunsthalle Schirn, des Städel Museums und des Liebieghauses. Das Besondere an der Exposition ist die außergewöhnliche Zusammenstellung, die sich nicht an Schulen, Stilrichtungen oder geografischen Aspekten, sondern an der Entstehungszeit der Gemälde orientiert.
Gegenwärtig laufen sowohl Sanierungsarbeiten am Altbau des Museumskomplexes als auch Erweiterungsmaßnahmen für das neue Städel. Das Museum wollte jedoch nicht auf den Kontakt mit dem Publikum verzichten. So fand man eine Möglichkeit, Städel-Werke in einem völlig neuen Kontext zu zeigen.
Ungewöhnlich ist ebenfalls die Gestaltung der Ausstellung: Die Bilder sind nicht wie üblich mit kleinen Schildchen daneben versehen, sondern lediglich mit Nummern. Ein kleines Begleitheft liefert dem Besucher die entsprechenden Details dazu. Über den Bildern läuft ein in dezenten Farben gehaltener Zeitstrahl durch die Räume, der dem Betrachter zusätzliche Informationen zu politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Höhepunkten der jeweiligen Jahre liefert.
Im ersten Teil der Exposition wird Kunst zwischen Spätmittelalter und Französischer Revolution gezeigt. Der Besucher entdeckt Bilder der alten Meister wie Deodato Orlandi – sein Trauernder Johannes, gemalt um 1310 bis 1320, ist das älteste Gemälde der Ausstellung –, Jan van Eyck, Hieronymus Bosch, Albrecht Dürer, Tizian, Rembrandt.
Die Moderne umfasst den Zeitraum von 1800 bis 1945. Hier trifft der Besucher auf Gemälde u.a. von Moritz von Schwind, Max Liebermann, Karl Schmidt-Rottluff und Max Beckmann.
Der dritte Teil der Exposition befasst sich mit der Kunst nach 1945 bis zur Gegenwart und präsentiert Künstler wie Francis Bacon, Alberto Giacometti, Yves Klein, Pablo Picasso, Georg Baselitz, Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke, Anselm Kiefer. Das großformatige Gemälde Die Horde von Daniel Richter, entstanden 2007 schließt den fulminanten Bilderreigen ab.
Zur Ausstellung, die bis zum 26. Juni 2011 zu sehen ist, gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm. Neu ist die Veranstaltungsreihe Der Gastkommentar, in der Experten aus Politik, Wirtschaft, Naturwissenschaft und Literatur ihr Fachgebiet mit den Städel-Werken verknüpfen.
JF