Noch vor dem erwartungsgemäß starken Weihnachtsgeschäft verzeichnet der österreichische Buchhandel von Janur bis Oktober 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Umsatzplus von 3,4 Prozent.
Das ergab (anlässlich der internationalen Buchmesse Buch Wien, zu der vom (18.–21. November 2010 261 nationale und internationale Verlage erwartet werden), eine Erhebung von media control GfK International im Auftrag des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels (HVB). Der stärkste Zuwachs ist beim Sachbuch mit einem Umsatzgewinn von 10,2 Prozent zu verbuchen.
Spitzenreiter in Österreich ist in dieser Warengruppe ein Buch mit einem österreichischen Thema: „3096 Tage“ (List) von Natascha Kampusch führt bisher (Stand Oktober 2010) die Gesamtjahresliste an. Auch im Bereich Kochbuch überzeugte mit Sasha Walleczeks „Die Walleczek Methode. Das Kochbuch“ (Goldmann) das Buch einer Österreicherin. Der Titel ist auch in anderen Sparten gefragt: Sowohl im Sachbuch Taschenbuch wie im Hörbuch findet sich „Die Walleczek Methode“ unter den ersten fünf Titeln der Rangliste.
Im Segment Belletristik gab es ein Plus von 4,6 Prozent. Hinter den Top-Drei-Bestsellern von Tommy Jaud, Stephenie Meyer und Martin Suter finden sich die aktuellen Bücher von Michael Niavarani und Arno Geiger. Im Taschenbuch-Ranking besetzen zwei Autoren die ersten fünf Plätze: David Safier mit „Mieses Karma“ und „Jesus liebt mich“ (Rowohlt Taschenbuch) sowie Stieg Larsson mit „Verblendung“, „Vergebung“ und „Verdammnis“ (Heyne).
In einer eben veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young gaben 59 Prozent der Befragten an, dass sie dieses Jahr zu Weihnachten Bücher verschenken werden. Sie machten damit das Buch nach Gutscheinen und Geld und vor anderen Konsumgütern zur zweitbeliebtesten Geschenkidee.
„Im letzten Jahr war zur Weihnachtszeit zumindest medial das E-Book Thema, man muss aber nach wie vor abwarten, wie sich der Markt entwickelt. Gut verkaufen sich im Augenblick Bücher mit Augenzwinkern von Autoren wie Dirk Stermann. Überraschende Verkaufserfolge schließen sich oft an Preise an, so geschehen bei Melinda Nadj Abonji. Unerwartet gut verkaufen wir auch Thilo Sarazzins ‚Deutschland schafft sich ab’, er dürfte mit diesem Thema einen Stimmungsnerv getroffen haben“, so Klaus Seufer-Wasserthal von der Rupertus Buchhandlung in Salzburg.
Das Ergebnis einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg von 2009 bestätigt die erfreulichen Umsatzzahlen: Mit über elf Titeln pro Jahr und pro Befragten werden in Österreich im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz die meisten Bücher gelesen.
2009 gaben Österreichs Haushalte 466,2 Mio. Euro für Bücher aus. Für 2010 ist eine deutliche Steigerung bis Jahresende zu erwarten: Mit 476,6 Mio. Euro werden deutlich höhere Konsumausgaben für Bücher prognostiziert, so der aktuelle BranchenReport Buchhandel, den das Marktforschungsinstitut RegioPlan Consulting im Auftrag des HVB erstellt hat.
Der Gesamtumsatz des „Buchhandels im engeren Sinn“ (erfasst wird der gesamte Bucheinzelhandel, wobei Internet-Umsätze und Umsätze aus dem Nicht-Buch-Sortiment weitestgehend ausgeklammert werden) 783 Mio. Euro im Jahr 2009. „Vor dem Hintergrund der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung 2009 war das Jahresergebnis für die Buchbranche erfreulich. Und auch die für 2010 bisher vorliegenden Zahlen beweisen, dass der Buchmarkt real weiter wächst. Unstrittig ist allerdings, dass der Anteil des Online-Handels in großem Stil wächst (14 Prozent 2009). 2009 betrug der Jahresumsatz inklusive der Internet-Buchumsätze 922 Mio. Euro“, so Inge Kralupper, Geschäftsführerin des HVB.
Im Jahr 2009 wurden in Österreich 10.253 neue gedruckte Publikationen verzeichnet: 8.195 waren im Buchhandel erhältlich, das waren um 1.200 Titel mehr als 2008. 780 Titel der 2009 erschienenen Buchhandelsausgaben waren Übersetzungen aus 37 Sprachen. Aussagekräftige Ergebnisse über Veröffentlichungen und Verkaufszahlen im Bereich E-Publishing können hingegen nicht getroffen werden. Kralupper: „Der Bereich E-Publishing steckt noch mitten im Entwicklungsprozess, es wird noch dauern, bis man von der ‚Generation E-Book’ sprechen kann. Schon jetzt ist das Interesse im Bereich Wissenschaft und Studium groß, in den anderen Sparten gilt es abzuwarten. Außerdem ist die Infrastruktur im Vertrieb noch nicht einheitlich, daher ist es schwierig, aussagekräftige Daten zu erhalten.“
BUCH WIEN 10 Internationale Buchmesse
In Halle D der Messe Wien werden zur BUCH WIEN 10 Internationale Buchmesse (18.–21. November 2010) 261 nationale und internationale Verlage erwartet, die ihre Neuerscheinungen vorstellen. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft können alle an den Ständen ausgestellten und bei den Veranstaltungen präsentierten Bücher auch in diesem Jahr in der BUCHWIENhandlung vor Ort erworben werden.
Ein Download zu „Der Buchmarkt in Zahlen 2010“ finden Sie unter:
http://www.buchwien.at/show_content.php?sid=111
http://www.buecher.at/show_content.php?sid=85
www.buchwien.at