Der Rechtsstreit um die Insolvenz des Handelskonzerns Arcandor verschärft sich. Der bis 2009 amtierende Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff will sich offenbar gegen eine Schadensersatzklage in Höhe von 175 Millionen Euro wehren, die Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg im vergangenen Sommer gegen Middelhoff und weitere zehn ehemalige Gremienmitglieder des Konzerns erhoben hatte.
Wie das manager magazin in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet, prüft Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermüller von der Stuttgarter Kanzlei Schelling & Partner eine Anzeige wegen Prozessbetruges gegen Görg. In seiner Klageerwiderung, die Holtermüller vor wenigen Tagen beim Landgericht Essen eingereicht hat, wirft er dem Insolvenzverwalter „vorsätzlichen Bruch seiner prozessualen Wahrheitspflicht“ vor. Görg verschweige Fakten, stelle „Milchmädchenrechnungen“ an und operiere „unredlich, anstößig und kurzsichtig“, heißt es laut manager magazin in dem Schriftsatz. In der Sache geht es vor allem um die Geschäfte des Immobilienentwicklers Josef Esch und des Bankhauses Sal. Oppenheim mit Arcandor, die zu dem von Görg behaupteten dreistelligen Millionenschaden geführt haben sollen.
Zudem hat der Düsseldorfer Strafrechtler Sven Thomas nach Informationen von manager magazin Beschwerde gegen die von der Staatsanwaltschaft Bochum veranlasste Durchsuchung der Büro- und Privaträume Middelhoffs erhoben.