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Friedrich Ani im Juni auf Platz eins der KrimiZeit

Die KrimiZEIT-Bestenliste Juni sticht laut Jurysprecher Tobias Gohlis nicht nur durch eine besonders hervorragende Auswahl von Titeln hervor, sie ist auch die 75. Ausgabe seit ihrem Start im April 2005. In mehr als sechs Jahren hat die Jury bis heute 391 Kriminalromane vorgestellt, die sie für besonders interessant, spannend oder literarisch ausgefallen hielt.

Diesen Monat steht Winters Knochen von Daniel Woodrell zum vierten Mal auf der Bestenliste, Süden von Friedrich Ani und Wahrheit von Peter Temple wurden je zum dritten Mal ausgewählt. Außerdem finden sich vier neue Titel auf der Bestenliste:
Platz 2: James Sallis, Der Killer stirbt ist ein verstörendes, hartes Buch über die Einsamkeit und das Sterben.
Platz 5: Giancarlo de Cataldo, Schmutzige Hände ist ein historischer Politthriller aus der Inkubationszeit Berlusconis, als die Mafia sich an die Macht zu bomben hoffte
Platz 7: Leif GW Persson, Der sterbende Detektiv ist ein Abgesang auf den großen Detektiv – als Mensch und als literarische Figur.
Platz 9: Malla Nunn, Lass die Toten ruhen zeigt Südafrika in der Zeit des Kalten Krieges und bei der Durchsetzung des Apartheid-Regimes.

1. (1) Friedrich Ani: Süden. Droemer
München. Nach sieben Jahren Exil in Köln kehrt Tabor Süden zurück. Sein verschwundener Vater war am Telefon. Ex-Kommissar und Neu-Detektiv Süden sucht wie nie zuvor: nach dem Vater, nach Mundl, dem vermissten Kneipier. Südens Comeback zu den Verlorenen. Einzig, großartig.

2. (-) James Sallis: Der Killer stirbt. Liebeskind
Phoenix, Arizona: Ein Junge, von den Eltern verlassen. Ein Berufsmörder, dem Kraft und Augenlicht schwinden. Ein Detective, dessen Frau stirbt. Ein Mann sucht den Mörder seines Vaters. Er will ihm danken. Leben – Sterben. Ein Buch vom Alleinsein: seltsam, traumhaft, betörend, hart. „Ihr müsst hinschauen!“

3. (2) Peter Temple: Wahrheit. C. Bertelsmann
Melbourne, Victoria. Nackte Tote in gläserner Wanne. Drei Räuber gefoltert. Vaters Haus vom Waldbrand bedroht. Wahlkampf in Victoria. Tochter auf Droge. Stephen Villani, Leiter der Mordkommission, ist klug, kein mutiger Mann, aber tapfer im Sturm des Jetzt. Ausgezeichnet: Bester australischer Roman 2010.

4. (6) Dominique Manotti: Roter Glamour. Ariadne im Argument Verlag
Paris/Libanon 1985. Wie tickt die Elite der Franzosen? Zeitbombenmäßig, sexbesessen, machtgeil. Im Schatten des Präsidenten arrangiert Ex-Nazi-Kollaborateur Bornand Raketenschmuggel, Polizeiaktionen, Meuchelmorde. Und stolpert über eine fixe, harte Araberin: Noria Ghozali. Bitte mehr davon!

5. (-) Giancarlo de Cataldo: Schmutzige Hände. Folio
Italien 1992-93. Fortsetzung des grandiosen „Romanzo Criminale“. Politik & Mafia, Geheimnis & Gewalt, Liebe & Betrug. Die Cosa Nostra bombt, Polizist Scialoja dealt, Agent Rossetti schickt die Killer los. Italien vor Berlusconi. Autor & Richter de Cataldos Binnensicht – ein Thrill der Tatsachen. Bravourös, notwendig.

6. (10) Reginald Hill: Der Tod und der Dicke. Droemer
Mid-Yorkshire/Manchester. Nach einem Bombenanschlag liegt DSI Dalziel im Koma. Sein DCI Pascoe wächst auf der Suche nach der Wahrheit über sich hinaus. Terroristen, angebliche Terroristen, der Irakkrieg und England danach – Hill knüpft Fädchen zu Fallstricken. Kunstvoll, human, göttlich.

7. (-) Leif GW Persson: Der sterbende Detektiv. btb
Stockholm 2010. Johansson, Ex-Chef des Reichskriminalamtes, hat einen Schlaganfall. Am Krankenbett erhält er neue Indizien zum Mordfall Yasmine. Die letzte Meisterleistung des Detektivs: Vom Sofa aus klärt der Moribunde den Kindermord von vor 25 Jahren auf. Anrührend, witzig, elegant. Intelligente schwedische Arbeit.

8. (3) Daniel Woodrell: Winters Knochen. Liebeskind
Tief in den Ozarks. Jessup, bester Meth-Koch im Tal, ist verschwunden, sein Haus für die Kaution verpfändet. Die sechzehnjährige Ree muss des Vaters Tod beweisen, sonst landet sie mit Mutter und kleinen Brüdern auf der Straße. Ree steht’s durch, härter als alle. Country Noir, original vom Erfinder.

9. (-) Malla Nunn: Lass die Toten ruhen. Rütten & Loening
Durban 1952. Ex-Detective und Schauermann Cooper wird Zeuge des Mordes an einem elfjährigen weißen Jungen. Cop bleibt Cop. Cooper buddelt und wühlt üblen Dreck auf: Rassistischer Terror der Apartheid, Kalter Krieg, Paranoia. Authentisch und zornig. Südafrika aus Underdog-Sicht. Nunn zum Zweiten!

10. (5) Patrick Pécherot: Belleville-Barcelona. Edition Nautilus
Paris 1938. Nestor Burma – der Detektiv, den Leo Malet unsterblich gemacht hat – soll ein Bürgertöchterchen finden und landet plauz! im Weltbürgerkrieg. Waffen für Spanien, ein blutsaufender GPU-Killer, ein Zauberer und André Breton sind Pécherots Zutaten: Brillanter Histoire-Remix.

Die Jury:
Tobias Gohlis, Kolumnist DIE ZEIT, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, Dlf, BR | Sven Boedecker, »SonntagsZeitung« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Michaela Grom, SWR | Lore Kleinert, Radio Bremen
| Thomas Klingenmaier, »Stuttgarter Zeitung« | Kolja Mensing, »Tagesspiegel« | Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR | Jan Christian Schmidt, »Kaliber 38« | Margarete v. Schwarzkopf, NDR | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, Elder Critic, »NRZ«, »WAZ« | Hendrik Werner, »Weser-Kurier« | Thomas Wörtche, »Plärrer«, »culturmag«, »DRadioKultur«

Zur Liste: http://www.buchmarkt.de/downloads/krimiliste.pdf

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