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Vandenhoeck & Ruprecht: Verlagsarchiv an Staatsbibliothek zu Berlin überreicht / Bilder von der Übergabe

Verkaufen kam für die Verlegerfamilie nicht in Frage. Sie hat das Verlagsarchiv von Vandenhoeck & Ruprecht wie angekündigt [mehr…] an die Staatsbibliothek Berlin geschenkt. Warum ihr das wichtig war, hat Dieter Ruprecht stellvertretend für die Familie bei der Übergabe, die in einem feierlichen Akt vor etwa 100 Gästen stattfand, noch einmal betont.

„Das Archiv ist Teil eines kulturellen Erbes. Was sich in 265 Jahren hinter den Göttinger Publikationen abgespielt hat, ist nun künftig an bester Stelle für die Forschung aufgehoben“, sagte er und machte damit deutlich, worauf es der Familie bei der Überreichung der Archivalien bis zum Jahr 2000 ankam. Denn mit den wertvollen Dokumenten des traditionsreichen Göttinger Verlags, der seine Gründung der aufstrebenden Universität in der Aufklärung verdankte (so Prof. Dr. Jürgen Kocker in seiner Rede), erweiterte die Berliner Staatsbibliothek seine Sammlung um ein bedeutendes Konvolut. Das betonte auch Dr. Jutta Weber, stellvertretende Leiterin der Handschriftenabteilung und Leiterin des Referats Nachlässe und Autographen der Staatsbibliothek zu Berlin.

Denn bereits Ende der 90er Jahre kamen die Archive des 1945 in der DDR gegründeten Aufbau-Verlags sowie des über 260 Jahre alten Wissenschaftsverlags de Gruyter und schließlich im vergangenen Jahr das Archiv von Mohr Siebeck dazu. Hinzu kommen noch Nachlässe bedeutender Forscher. Damit sei nun umfassende Verlagsforschung möglich, zumal einige Verlage ein ähnliches Portfolio abdecken, so Pressefrau Regina Lange gegenüber buchmarkt.de. Und so passte es, dass der ehemalige De Gruyter-Verleger Prof. Dr. hc mult. Klaus G. Saur dabei war. Er repräsentierte den Vorstand des Freundeskreis der Staatsbibliothek.

Die Schenkung umfasst nicht nur besondere Drucke, sondern auch Kalkulationsbücher, Verleger- und Autorenbriefe, Verträge und vieles mehr von Größen wie Carl Friedrich Gauß, Wilhelm Dilthey, aber auch Theologen wie Rudolf Bultmann. Der Theologe Prof. Dr. Rudolf Smend, mehr als „nur“ Autor, sondern bereits Schulfreund von Dr. Arndt Ruprecht, berichtete aus seiner Sicht anekdotenreich aus dem Innenleben der Verlagsproduktion.

Die offene und herzliche Aufnahme des Archivs gab der Familie das Gefühl, dass die Schenkung richtig war, stellte Dr. Arndt Ruprecht schließlich fest, der zusammen mit seinem Vetter Dietrich den Verlag über 40 Jahre lang selbst geleitet hat. Die Staatsbibliothek versprach, das Archiv innerhalb von fünf Jahren zu erschließen.

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