
Lesen Sie aufmerksam folgenden Text und schicken Sie uns die richtige Lösung: Wir suchen heute nach einer Verlagsgruppe, die – vor 170 Jahren gegründet – noch immer im Familienbesitz ist. Dass die Eigentumsverhältnisse auch in Zukunft so bleiben, dafür sorgten vor 40 Jahren eine Adoption und aktuell die Errichtung einer Familienstiftung, die neben vier Familienmitgliedern die Rolle eines fünften Gesellschafters spielt.
Gegründet wurde das Unternehmen von einem 22-jährigen Buchdrucker in einer Region Deutschlands, in der reformpädagogische Konzepte und Experimente seit dem Zeitalter der Aufklärung eine besondere Rolle spielten. Damit war und ist das Hauptthema der Verlagsarbeit vorgegeben. Einen weiteren Impuls brachte die demokratische Gesinnung des Gründers: Er gab eine liberale Zeitung heraus, die aus politischen Gründen nur ein Jahr lang erscheinen konnte.
Das Miteinander von Verlags- und Druckereiarbeit, die Verbindung zur jeweils aktuellen Pädagogik und die demokratisch-liberale Grundgesinnung bestimmen bis heute die Unternehmenspolitik.
Auf dieser Grundlage hat sich das Druck- und Verlagsunternehmen stetig und kontinuierlich entwickelt: entweder begünstigt von den Zeitumständen wie dem steigenden Bildungsbedarf oder von ihnen benachteiligt wie von den rigorosen Eingriffen ins Bildungs- und Verlagswesen im Dritten Reich. Die entscheidende Zäsur in der Verlagsgeschichte kam dann mit dessen Ende und der Machtübernahme durch die sowjetischen Besatzungskräfte in der erwähnten Region.
Die Inhaber – der Enkel und Urenkel des Gründers – versuchten einen Neuanfang am Gründungsort und Stammsitz des Verlages, aber der politische Druck war so groß, dass sie 1949 die damalige Sowjetische Besatzungszone verließen, in der ihr Unternehmen kurz darauf enteignet und als Volkseigener Betrieb (VEB) weitergeführt wurde. Als Untermieter bei einem befreundeten Verleger wagten sie so gut wie ohne Kapital, ohne Maschinenpark und ohne Verlagsarchiv in der US-Besatzungszone einen Neustart.
Der Ort, an dem sie sich niederließen, ist seitdem Hauptsitz des Unternehmens, das sich zu einer bedeutenden Gruppe von bekannten Verlagen und grafischen Betrieben entwickelt hat. Das Stammhaus in Mitteldeutschland konnte 1991 zurückerworben werden und ist eigenständig als Druckerei und Großbuchbinderei tätig. Eine 50-Prozent-Beteiligung besteht seit 35 Jahren an einem bekannten Wirtschaftsverlag, der unabhängig agiert und auftritt.
Entscheidend für die Entwicklung der Gruppe wurde der Eintritt eines Mitgesellschafters im Jahre 1963, der seitdem die Geschicke wesentlich bestimmte, 1970 vom Urenkel des Firmengründers adoptiert wurde und 1973 als persönlich haftender Gesellschafter die alleinige Geschäftsführung übernahm. Er fügte seinem Familiennamen den des Verlages hinzu und feierte in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag.
Eine seiner wichtigsten Entscheidungen war, vor 40 Jahren ein neues Programmsegment zu starten, dessen Leiter weitgehend freie Hand zu lassen und ihm zu gestatten, der neuen Unternehmung seinen eigenen Namen zusätzlich zu dem des Verlages hinzuzufügen. Dieser Schritt und die markante Farbgebung des neuen Programms trugen wesentlich zur Profilierung der Gruppe im Buchhandel bei. Sie tritt mit vier Vorschauen auf. Eine davon ist einem Taschenbuchprogramm gewidmet, das gerade sein 25-jähriges Bestehen feiert.
Heinold fragt: Wie heißt die Verlagsgruppe (fünf Buchstaben)?
Senden Sie die Lösung an heinold@buchmarkt.de. Einsendeschluss ist der 19. September 2011. Unter den Einsendern, deren Lösung komplett und richtig ist, verlosen wir ein Exemplar „Bücher und Buchhändler“ (Bramann) von Wolfgang E. Heinold.







