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Großes Lyrikfest zum 20-jährigen Bestehen der Literaturwerkstatt

„Wenn es um zeitgenössische Lyrik geht, dann ist die Literaturwerkstatt Berlin die erste Adresse“, schreibt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit in seinem Grußwort für die Publikation zum 20. Geburtstag. Das Jubiläum wurde am Samstag mit einem großen Lyrikfest unter dem Motto „Dichter dran“ gefeiert.

Bei schönem Spätsommerwetter strömten die Besucher schon am frühen Nachmittag auf das Gelände der Kulturbrauerei, die die Literaturfreunde auch von der Großen Berliner Büchernacht im Rahmen der Buchtage kennen. Seit 2004 ist die Literaturwerkstatt in der Kulturbrauerei zu Hause. Gegründet wurde sie 1991 in der ehemaligen Grotewohl-Villa in Pankow, dem einstigen Domizil der Berliner Sektion des Schriftstellerverbandes der DDR.

Seither hat sich viel getan. Bereits 1993 wurde der open mike ins Leben gerufen, ein inzwischen bedeutender Wettbewerb für den schriftstellerischen Nachwuchs. In den letzten Jahren hat sich die Literaturwerkstatt immer mehr der Lyrik zugewandt. Unter anderem erfand sie www.lyrikline.org, eine Plattform für internationale zeitgenössische Poesie und sie bereichert die literarische Landschaft immer wieder mit internationalen Veranstaltungen wie dem alljährlichen poesiefestival und dem ZEBRA Poetry Film Festival.

Zudem experimentiert die Literaturwerkstatt mit neuen Formaten wie der Digitalen Poesie, die am Samstag nicht nur die jungen Gäste erfreute. Auf den bunten Sechsecken von Wolfram Spyras Jump-o-phone hopsten Kinder und Erwachsene und brachten so Ernst Jandls Gedicht über „Ottos Mops“ zum Erklingen. Überhaupt gab es für die rund 5.500 Besucher bis tief in die Nacht vielfältige Spielarten der Poesie zu entdecken. Von der Poesie für Kinder mit Sybille Hein über poetische Experimente mit Monika Rinck bis zum Poetryslam.

Die Gäste konnten aber nicht nur zahlreiche Dichter hautnah erleben, sie schlenderten auch auf dem ersten Berliner Lyrikmarkt von Stand zu Stand und stöberten in Neuerscheinungen und Raritäten von Buchhandlungen und Verlagen. 11 Institutionen präsentierten sich auf Einladung der Literaturwerkstatt. Mit dabei waren be.bra Verlag, BELLA triste, Berliner Handpresse, Edit, Edition Rugerup, Hochroth Verlag, Kollwitz Buchhandlung, KOOKbooks, luxbooks, Matthias Wagner Antiquariat, Merve Verlag, Poesiealbum/Märkischer Verlag, poetenladen, Suhrkamp, Verlag das Wunderhorn, Verlag Hans Schiler, Verlagshaus J. Frank und Wallstein.

Einer der Höhepunkte auf den beiden Bühnen war die öffentliche Premiere des großen Berlin-Gedichts. Bürger aus allen Bezirken haben mit Mentoren wie Ron Winkler, Michael Lentz, Kerstin Hensel, Björn Kuhligk und Ulf Stolterfoth wochenlang daran gearbeitet. Am Samstag wurden sie für ihren „verdichteten“ Stadtplan mit viel Applaus belohnt. Die zwölf literarischen Spaziergange sind unter dem Titel „Das Große Berlin Gedicht“ (ISBN 978-3-8148-0188-9) im be.bra Verlag erschienen, der ebenfalls in der Kulturbrauerei residiert. Für Verleger Ulrich Hopp eine schöne Art der Nachbarschaftshilfe.

www.literaturwerkstatt.org

ML

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