Dr. Susanne Muhle erhält für ihr Werk Auftrag: Menschenraub (Vandenhoeck & Ruprecht)den mit 10.000 Euro dotierten Opus Primum Förderpreis der VolkswagenStiftung für die beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation. Der Preis wird zusammen mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis am 25. November im Schloss Herrenhausen in Hannover verliehen.
Bis heute ist kaum bekannt, dass in den 1950er und 1960er Jahren etwa 400 Menschen aus West-Berlin und der Bundesrepublik durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in die DDR verschleppt wurden. Zu den Opfern gehörten beispielsweise Mitglieder antikommunistischer Vereinigungen in West-Berlin, Mitarbeiter westlicher Geheimdienste oder aus der DDR geflohene Angehörige des MfS. Diese Personen wurden oftmals gewaltsam, unter Anwendung von Betäubungsmitteln oder mit Täuschungsmanövern in die DDR entführt und dort tage-, wochen- oder gar jahrelang festgehalten.
Die Historikerin Susanne Muhle hat zahlreiche bisher noch nicht gesichtete Dokumente aus MfS-Akten und bundesdeutschen Unterlagen über diese gewaltsamen Entführungen ausgewertet. In ihrer nun mit dem Opus Primum Förderpreis ausgezeichneten Publikation „Auftrag: Menschenraub“ stellt sie die Tathergänge, Mechanismen und Funktionen dieser Entführungen aus der Zeit der deutschen Teilung anschaulich dar. In Anlehnung an die Gewalt- und Täterforschung begibt sie sich auf die Spuren der Entführungsopfer und Entführer.






