Der Schriftsteller und Historiker Siegfried Fischer-Fabian ist am vergangenen Mittwoch, dem 16. November 2011, in seinem Haus in Berg am Starnberger See gestorben. Er wurde 89 Jahre alt.
Dr. Siegfried Fischer-Fabian wurde am 22. September 1922 in Bad Salzelmen bei Magdeburg geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Berlin, seine Jugend im ostpreußischen Königsberg, seine Universitätsjahre in Heidelberg und Berlin, wo er nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte zum Dr. phil. promovierte.
Als Journalist für Zeitungen und Zeitschriften interviewte er Größen aus Kultur, Politik und Gesellschaft, verfasste Tatsachenberichte, schrieb Glossen, Leitartikel, Features und Hörspiele. „Es war die beste Schule, die ein Schriftsteller durchmachen kann“, sagte Fischer-Fabian, als er nicht mehr interviewte, sondern interviewt wurde.
„Mit Eva fing die Liebe an“ hieß sein erstes Buch, das 1958 erschien. Es war eine kleine Kulturgeschichte über die Liebe in elf Episoden. Es folgten über 50 weitere Bücher, die ein Millionenpublikum erreichten und in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurden.
Den Durchbruch als Schriftsteller schaffte er mit dem historischen Sachbuch „Die ersten Deutschen“, das 1975 im Droemer Verlag erschien und kurze Zeit später auf allen Bestsellerlisten stand. Ab da folgte Bestseller auf Bestseller, und Fischer-Fabian wurde einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller, der auch in den USA, in England, Italien, Griechenland, Ungarn, Estland und besonders in Japan einen großen Leserkreis fand.
Seit den den 90er Jahren erschienen seine Bücher im damals noch in Bergisch Gladbach ansässigen Gustav Lübbe Verlag; er war eng mit Ursula und Gústav Lübbe befreundet. Für sie shrieb er seine Erfolgsgeschichte weiter, seine Biografien über Columbus („Um Gott und Gold“, 1991), Alexander („Alexander der Große oder der Traum vom Frieden der Völker“, 1994) und Karl der Große („Karl der Große. Der erste Europäer“, 1999) wurden allesamt Bestseller.