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Buchhändler spielen Kleist

Jutta Leimbert, Axel Krautworst, Susanne Pristaff,
dahinter Walter Lüderssen, Brigitte Endres und
Wolfgang Vater spielen Kleist

Voll war es gestern Abend im Gasthaus Ludwig in Wiesbaden, die Buchhändler der Sechs Richtigen hatten zu einer besonderen Aufführung eingeladen; sie lasen und spielten Heinrich von Kleists Der zerbrochene Krug.

Nicht nur das Kleist-Jahr und der 200. Todestag des Autors am 21. November 1811, sondern auch die Tatsache, dass Der zerbrochene Krug 1811 im Verlag Georg Andreas Reimer, Berlin, erstmals erschienen war, boten Anlass genug für die Buchhändler, sich diesem wohl populärsten Stück des Schriftstellers ganz persönlich und auf besondere Weise zu widmen.

Buchhändler und Buchhändlerinnen sind viel beschäftigte Menschen, für Proben blieb also wenig Zeit – mit zwei Tests musste man auskommen. Dass es funktionierte, bewiesen die insgesamt elf lesenden Schauspieler gestern auf ihre Weise. Wolfgang Vater vom Staatstheater Wiesbaden stand ihnen dabei nicht nur mit Rat und Tat zur Seite, er hatte auch die Rolle des Dorfrichters Adam übernommen, den Text behutsam gekürzt und für diese einmalige Veranstaltung eingerichtet. Wolfgang Vater und die Sechs Richtigen kooperieren nicht zum ersten Mal, beiden ist die Freude an den gemeinsamen Projekten anzumerken.

Die Mischung aus Lesung und Spiel kam bei den Zuschauern sehr gut an, das unterstrich der Beifall nach etwa zwei Stunden Aufführung, die nur von einer kurzen Pause unterbrochen wurde.

Als Gerichtsrat Walter stand Jochen Grzybek, als Frau Marthe Rull seine Frau Brigitte Endres-Grzybek, Buchhandlung erLesen, vor dem Publikum. Die Rolle des Schreibers Licht hatte Walter Lüderssen, Buchhandlung Angermann – Das Landkartenhaus übernommen. Susanne Pristaff trug die Eve vor, Axel Krautworst den Ruprecht, beide arbeiten in der Buchhandlung Susanne Pristaff. Jutta Leimbert stellte die Frau Brigitte dar, Gabriele Wörner eine Magd – sie kommen aus der Buchhandlung Vaternahm. Jochen Wörner sprach Veit Tümpel, Ruprechts Vater. Ulrike Fischnicht, Buchhandlung Lesen & Leben hatte die Rolle der zweiten Magd übernommen.
Für die Rolle eines Bedienenden musste Harald Pfaff nicht viel üben – er betreibt die Kultur und Literatur affine Gaststätte Ludwig.

Seit 2006 gehen diese unabhängigen Buchhandlungen Wiesbadens, zu denen außerdem die Buchhandlung & Galerie Büchergilde gehört, mit ganz unterschiedlichen Projekten unter der Bezeichnung Sechs Richtige an die Öffentlichkeit. Lesungen und Spiele, Wanderungen und Diskussionen – sie lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen. So darf man auf ihre nächsten Vorhaben schon gespannt sein.

JF

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