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„Keine Konkurrenz beim Auftritt im Handel“: Interview mit Tom Erben und Klaus Kämpfe-Burghardt zur Aufbau-Ueberreuter-Vertriebskooperation

Klaus Kämpfe-Burghardt

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Tom Erben

Ueberreuter und Aufbau werden künftig in Deutschland, der Schweiz und Österreich vertrieblich kooperieren. Beide Partner sind gleichberechtigt mit je 50 Prozent an der BMV – Berliner Medien Vertriebsgesellschaft beteiligt [mehr…]. BuchMarkt sprach mit Tom Erben (Foto r.) und Klaus Kämpfe-Burghardt (Foto (l.).

Aufbau und Ueberreuter in einer Vertretertasche: Heterogener kann es fast nicht mehr sein. Von „Die Andere Bibliothek“ bis zu Lappan: Wie sollen sich denn dabei für den Handel Synergieeffekte darstellen?

Klaus Kämpfe-Burghardt: In der Tat gibt es nur wenige programmatische Überlappungen – aber damit auch keine Konkurrenz beim Auftritt im Handel. Und tatsächlich legen wir mit dieser Bandbreite eine Basis, worauf wir später unsere Dienstleistungen anderen Verlagen anbieten können. Betrachten Sie also die Konstruktion als Anfang, der erst einmal gemacht werden muß.

Wird die Vertriebsgesellschaft nur den Buchhandel bedienen?

Tom Erben: Der Buchhandel als unser gemeinsamer Hauptvertriebsweg steht natürlich im Mittelpunkt unserer Arbeit. Daneben werden wir aber alle mit diesen Programmen möglichen Marktzugänge prüfen. Das ist uns jetzt eher möglich, da wir durch das Zusammengehen mit mehr Kapazität auf andere Märkte zugehen können.

Fest angestellte Reisende und freie Handelsvertreter in einem Team: Kann das gutgehen?

Tom Erben: Die Mischung macht’s: Wir sehen das bei inzwischen immer mehr Vertriebszusammenschlüssen. Denken Sie nur an Carlsen und Thienemann. Das passt schon.

Wo von Synergien die Rede ist, kommt es oft auch zu Personalmaßnahmen. Wird es Kündigungen geben?

Tom Erben: Von Aufbau wird das gesamte Team in die neue Gesellschaft eingebracht werden. Da ist so viel Erfahrung und Know-How vorhanden, auf das wir nicht verzichten können, wenn wir den Gesellschafterverlagen eine vollumfängliche Betreuung garantieren wollen.

Sie bringen gemeinsam ein deutlich größeres Vertriebsvolumen auf die Waage, vergrößern aber auch den Apparat. Rechnet sich das denn?

Klaus Kämpfe-Burghardt: Unterm Strich machen wir aus 1 + 1 = 3, indem wir die Vertriebspower faktisch verdoppeln und die Kosten dabei deutlich reduzieren. Die neue Gesellschaft wird für einen Umsatz von über 25 Mio € stehen – das ist eine relevante Größenordnung im Markt, die sichtbar sein wird.

Hat sich Herr Koch nun doch an Ueberreuter beteiligt?

Klaus Kämpfe-Burghardt: Noch nicht einmal intendiert war das. Es geht doch bei der eigenständigen Vertriebsgesellschaft um die Überlegung, den Handel in der Bündelung von zunächst zwei Verlagsgruppen besser zu bedienen, als wenn jede für sich weitermacht. Hier haben zwei Eigentümer eine 50:50 Partnerschaft ausschließlich im Vertrieb beschlossen. Wenn die Salzer Familie hätte verkaufen wollen, hätte sie nicht den großen Hub eines Umzugs nach Berlin unternommen.

Womit hat denn dann Herr Koch gelockt?

Klaus Kämpfe-Burghardt: Für die Salzer-Holding stand zunächst der attraktive Standort im Mittelpunkt. Hier hat Herr Koch ein absolut faires Angebot gemacht, wie er das auch allen anderen Mietern im Aufbau Haus angeboten hat. Der Mix ist für den Ueberreuter Verlag perfekt. Und dass sich jetzt daraus auch noch eine Vertriebsgesellschaft ergeben wird, waren Gespräche, die auf anderen Ebenen liefen.

Hat der Aufbau Verlag in der Vertriebsgesellschaft nicht doch einen gewissen „Standortvorteil“?

Tom Erben: Zum einen kommen ja auch einige Ueberreuter-Mitarbeiter mit in die Gesellschaft. Zum anderen suchen wir für die Geschäftsführung ganz bewußt jemanden Externen, um den neutralen Dienstleistungscharakter zu unterstreichen. Und abgesehen davon bringen die Aufbau-Mitarbeiter eine große Erfahrung darin mit, wie man mit anderen Verlagsprogrammen vertrieblich erfolgreich sein kann.

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