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Nordhessische Buchhändler kritisieren die Aktion „Lesefreunde“

„Nicht ohne uns“ überschreiben eine Reihe von nordhessischen Buchhändlern ihre Kritik an der Aktion Lesefreunde [mehr…], die sie heute in Form eines offenen Briefes äußern. Hauptpunkt ihrer Kritik ist, dass man die Aktion ohne Einbeziehung von Buchhändlern geplant habe („da hätte man mehr draus machen können“).

Fragllich ist allerdings, ob die Kritik in die richtige Richtung geht: Unseres Wissens wird die Aktion nicht vom Börsenverein, sondern von den beteiligten Verlagen organisert, die aber sichtlich die praktische Seite des Buchhandels nicht so recht berücksichtigt haben. So hatten auch wir schon auf die Schnelle vor ein paar Tagen einen Handzettel entworfen [mehr…], der von Buchhändlern noch eingesetzt werden kann.

Hier aber zunächst die Kritik:

Die unterzeichnenden Kasseler und Nordhessischen Buchhändler haben mit Verwunderung die Aktivitäten des Börsenvereins bei der Aktion „Lesefreunde“ zur Kenntnis genommen. Grundsätzlich befürworten wir die Ausweitung der Aktionen zum Welttag des Buches, üben aber Kritik an der uns jetzt oktroyierten Aktion Lesefreunde.

Es gibt in unserem Kreis unterschiedliche Meinungen darüber, welchen Sinn es macht, Bücher zu verschenken. Einig sind wir uns aber in der Kritik daran,
• dass die Aktion ohne Einbeziehung der Buchhandlungen und Protagonisten vor Ort geplant wurde
• sie nicht mit den Buchhandlungen rechtzeitig und ausreichend kommuniziert wurde
• sie uns über unsere Köpfe hinweg vorgesetzt wird.

Wieder einmal stellt der Börsenverein seine Mitglieder vor vollendete Tatsachen. Die aktiven Buchhandlungen, die vor Ort seit Jahren die Aktivitäten zum Welttag des Buches tragen, werden zu Statisten und „Buchabholstationen“ degradiert. Thalia darf sich hingegen als Sponsor in der Öffentlichkeit und auf der Webseite der Aktion feiern lassen.

Von einer Aktion des Börsenvereins des Buchhandels zum Welttag des Buches (die ja schließlich u.a. aus unseren Mitgliedsbeiträgen finanziert wird) erwarten wir, dass Sie so angelegt ist, dass sie die Buchhandlungen vor Ort ins Zentrum des Marketings für das Buch rückt. Das ist offensichtlich nicht die Intention der Aktion „Lesefreunde“. Selbst mit dieser Aktion aber wäre mehr möglich gewesen, wenn man uns rechtzeitig einbezogen und die Idee mit uns kommuniziert hätte.

Für uns alle ist ärgerlich, dass es nun schon wieder ein neues Logo für den Welttag gibt, verbunden mit zusätzlichen Ausgaben für neue Werbemittel, die wir bei Livendo bestellen müssen.

Für das kommende Jahr erwarten wir, dass die Aktionen zum Welttag des Buches im nächsten Jahr mit dem Buchhandel vor Ort geplant werden. Wir würden daran gerne, mit Freude und Ideen mitarbeiten.

Diese Erklärung wurde von folgenden Buchhändlern bzw. Buchhändlerinnen verfasst und gezeichnet:

Hermann Degenhardt, Buchhandlung Siering, Kassel
Sami El-Schechli, Buchhandlung Hühn , Kassel
Katharina Engelhardt, Buchhandlung büchereck am Rathaus, Vellmar
Gabriele Kubesch-Paech, Buchhandlung in Harleshausen, Kassel
Elke Müldner, Buchhandlung Mander, Wolfhagen
Jörg Robbert, Buchhandlung am Bebelplatz, Kassel
Ute Stoeger, Buchhandlung Terracotta, Kassel
Mike Trepte, Buchhandlung Unibuch, Kassel
Stefan Vogt, Buchhandlung Vogt, Kassel

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