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Zeigt Christian Krachts neuer Roman „Nähe zu rechtem Gedankengut“? / Kiepenheuer & Witsch protestiert gegen heutigen SPIEGEL-Beitrag

Starker Toback heute auf vier Seiten im Spiegel: Georg Diez schreibt unter der Überschrift „Die Methode Kracht“: „Seit ‚Faserland’ gilt Christian Kracht als wichtige Stimme der Gegenwart. Sein neuer Roman ‚Imperium’ zeigt vor allem die Nähe des Autors zu rechtem Gedankengut.“

Kracht habe eine Stellvertreter- und Aussteiger-Saga über Hitler geschrieben. Gegen diesen Artikel protestiert nun Krachts Verlag Kiepenheuer & Witsch. Die Stellungnahme im Wortlaut:

Der Artikel „Die Methode Kracht“ sprengt die Grenzen der Literaturkritik, weil er einen der besten und wichtigsten Autoren der Gegenwartsliteratur mit Unterstellungen und atemberaubenden Verdrehungen aus dem Kosmos der deutschsprachigen Literatur ausgrenzen will. Der Vorwurf der Verbreitung rassistischen Gedankenguts in Bezug auf Christian Krachts hoch gelobten Roman „Imperium“ ist bösartig und stellt den Autor Christian Kracht auf perfide Weise an den Pranger. Der Verlag Kiepenheuer & Witsch, der in der Tradition antifaschistischen und demokratischen Denkens und Publizierens steht, wird alles tun, um diesem journalistischen Rufmord entgegenzutreten. „Imperium“ ist von einer Vielzahl von Autoren (Uwe Timm, Elfriede Jelinek), Verlegern (Alexander Fest, Jörg Bong) und Journalisten hoch gelobt worden, niemand hat auch nur ansatzweise einen Zusammenhang zu Rassismus und totalitärem Denken darin gefunden. Im Gegenteil: Der Roman ist eine komplexe literarische Parabel auf die Abgründe, Verirrungen und Gefahren, die in romantischen deutschen Selbstermächtigungen seit dem 19. Jahrhundert angelegt sind.

Helge Malchow und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verlags Kiepenheuer & Witsch

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