Wo sonst die Ausschüsse des Deutschen Bundestags tagen, stand gestern Abend eine Buchpremiere auf dem Programm. Robert Brack stellte im Paul-Löbe-Haus seinen Roman Unter dem Schatten des Todes (Edition Nautilus) vor.

Vor genau 79 Jahren, Ende Februar 1933, ging der Reichstag in Flammen auf. Pünktlich zum Jahrestag erscheint nun Robert Bracks Kriminalroman, der die Ereignisse thematisiert. Es ist bereits das dritte Buch des mehrfach ausgezeichneten Autors, das sich mit Kriminalfällen zur Zeit der Machtergreifung der Nationalsozialisten beschäftigt. Dieses Mal ist die Reporterin Klara Schindler gerade im Exil in Kopenhagen, als in Berlin der Reichstag in Flammen aufgeht. Von der KPD mit falschen Papieren nach Deutschland geschickt, soll sie die Wahrheit über den angeblichen Brandstifter Marinus van der Lubbe herausfinden. Es habe ihn schon lange interessiert, wer Marinus van der Lubbe war und was ihn dazu brachte, in den Reichstag einzusteigen, umschrieb der Autor im Anschluss an die Lesung seine Motivation.
Rund 80 Gäste waren der Einladung ins Paul-Löbe-Haus gefolgt darunter Mitglieder der SPD-Denkfabrik, die den Abend mit veranstaltete, ebenso wie Buchhändler, was Verleger Lutz Schulenburg besonders freute.
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hatte Bracks Buch bereits gelesen. Die Kombination aus historischen Fakten und spannender Handlung hat sie überzeugt: „Unter dem Schatten des Todes“ sei ein faszinierendes und sehr politisches Buch. „Es ist nicht nur ein Krimi, sondern ein wirklich guter Roman“, lobte sie im Gespräch mit dem Autor. Noch lange diskutierten die beiden mit dem Publikum über den Reichstagsbrand, ein Thema, das bis heute brisanten Diskussionsstoff bietet. Seine neue Variante der Geschichtsschreibung sei fiktiv, betonte Brack, und doch sei sie nicht unwahrscheinlicher als die Vorschläge der Wissenschaft.
ML