
Erfinder-Studio
Dr. Gerhard Dust wird heute 60 Jahre alt.
Das klang eigentlich unglaublich, als der gerade mal 56-jährige Dr. Gerhard Dust, bis dahin bei Libri für den Bereich Logistik verantwortlich, verlauten ließ, er wolle sich zum Oktober 2008 in den Ruhestand verabschieden. Uns verriet er damals: „Nach 25 Jahren und einer Milliarde verkaufter Bücher möchte ich einmal auch ein paar davon lesen können.“
Wie es aussieht, stehen immer noch viele seiner Bücher unberührt im Regal: Vor zwei Jahren gründete er mit einem Partner eine Firma, die sich mit neuartigen Produktionsverfahren und neuen Materialien im Bereich Polymerbeton beschäftigt. Das Unternehmen hat eine Forschungseinrichtung in Gehlberg (Thüringer Wald), „wo wir“, so Dust, „mit Leidenschaft an der Entwicklung eines Konzeptes arbeiten, das Menschen in der Dritten Welt oder nach Naturkatastrophen in die Lage versetzen soll, mit eigener Kraft und mit lokalen Materialien schnell und preiswert wohnliche Unterkünfte herzustellen.“ Denn: „Wenn das klappt, werden wir langfristig Millionen Menschen zu menschenwürdigen Unterkünften verhelfen können.“
Zu diesem Engagement ist er durch Zufall gekommen: Ein Freund, der davon wusste, dass Dust vor seiner Zwischenbuchhandelskarriere (er war 1991 von KNV zu Lingenbrink gekommen) in der Bauindustrie tätig war, hatte ihn gefragt, ob er mitmachen wolle. Dust war sofort begeistert, weil „ich in diesem Projekt eine Chance gesehen habe, der Gesellschaft etwas zurückzugeben – für das Glück, das ich selbst im Leben gehabt habe“. Das sagt er ganz vorsichtig, weil er fürchtet, das könne „geschwollen klingen“. Die Gefahr besteht nicht, denn obwohl die beiden Unternehmer Forschungsgelder aus der EU und vom Land Thüringen erhalten, erfolgt die Finanzierung der Gesellschaft doch größtenteils mit privaten Geldern.
Im Zuge seiner neuen Karriere ist Dust sogar zum (schon preisgekrönten) Erfinder geworden, w eil „wir von Anfang an versuchen mussten, auch verkaufbare Produkte mit zu entwickeln. Anfangs waren das im Wesentlichen Trittsteine und andere Dinge für den Gartenbereich. Aber während eines Aufenthaltes in den USA, wohin er sich seit Jahren regelmäßig in sein Ferienhaus zurückzieht, kam er durch den Film „Avatar“ auf die Idee, auch solch selbstleuchtende Oberflächen (wie dort in der Dschungelwelt) herzustellen. „Vier Monate später haben wir darauf ein Patent angemeldet und heute stellen wir u.a. die hellsten Pflastersteine der Welt her.“
Gerhard, ich gratuliere Dir herzlich zum Geburtstag – und hoffe immer noch, dass ich es mal schaffe, Dich in Florida zu besuchen….
Dein Christian
Kontakt: g1dust@aol.com
Infos: www.poly-care.de, www.lumino-stone.com
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