
Ein Blick in die aktuelle HoCa Vorschau zeigt: Gegen den Strom hat der Verlag auf jegliche Marketing Beschreibungen verzichtet. Es fehlen die Stapel-Abbildungen, es werden auch keine Plakate mehr abgebildet, es fehlen jegliche Beschreibungen von Kampagnen.
Heißt das, das HoCa jegliches Marketing im Herbst einstellt? „Das ist nicht der Fall“ sagt hier im Interview Markus Klose, der im aktuellen BuchMarkt Heft den Auftakt für seine Kampagne startet. Sie soll auch nach „innen, in Richtung Buchhandel“ zeigen, worum es dem Verlag in erster Linie geht: „einfach Bücher“.
Als dieser Slogan entschieden war, war für Klose deshalb auch klar, was zu tun war: „Wir haben die Vorschau insgesamt neu gestaltet, noch mehr aufgeräumt, entschlackt. Wir wollten sie weiterhin informativ halten, die Bücher aber noch eindeutiger inszenieren. Die Lektüre soll Interesse auslösen, durchaus auch Spaß machen. Magaziniger war das Stichwort, mit dem wir an das Layout gegangen sind. Und dabei ist uns aufgefallen, wie wenig hilfreich diese sogenannten Marketingseiten eigentlich sind.“
Aber fehlen dem Handel jetzt nicht die Hinweise, wie der einzelne Titel unterstützt wird?
Wir haben mit Händlern gesprochen, da haben wir einen anderen Eindruck gewonnen. Die vielen Hinweise werden eher überblättert, eher wie eine Art Grundrauschen wahrgenommen. Ob eine virale Kampagne nun 3,10 oder gar 50 Millionen Kontakte generiert: das weiß keiner zu bewerten.
Aber ist das nicht auch ein Mittel, den Handel zu begeistern und einzustimmen?
Ach, ob die vielen Anzeigen in den großen überregionalen Tageszeitungen geschaltet werden, ob die genannten Erstauflagen stimmen, die Werbemittel überhaupt geliefert werden… wer will das alles wissen und und nachhalten?
Mein Eindruck war: hier wird allüberall so laut getrommelt, dass ein Stück Glaubwürdigkeit verloren gegangen war. Deshalb wollte ich es jetzt einmal ganz anders versuchen. Unsere Vertreter jedenfalls begrüssen diese Änderung nachdrücklich.
Also kein Marketing mehr bei HoCa?
Nein, darum geht es ja nicht. Selbstverständlich werden unsere Bücher mit individuellen Marketingmassnahmen unterstützt. Aber damit rechnen Händler sowieso, zu Recht. Es geht also eher darum, die Relevanz der Titel auf andere, inhaltliche oder ästhetische Art zu präsentieren. Und das haben wir versucht. Es geht um Bücher, Autoren, Inhalte. Eben um das, was unserer Branche so anders macht als viele andere. Und es sieht einfach besser aus.
Durch Klick auf die Abb. kann man das überprüfen.
Die Fragen stellte Christian von Zittwitz