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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und Philip Roth macht seine Erfahrungen mit der Wikipedia

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch. Und wenn Sie eine spannende Rezension anderswo finden: Schicken Sie uns schnell eine Mail?

Die Eichinger Biographie B.E. spielt heute in den großen regionalen Tageszeitungen (etwa Rheinische Post) eine ebenso große Rolle wie Bettina Wulffs vorzeitig in 100.000 Expl. erschienenes Buch bei Riva – das Handelsblatt berichtet deshalb über den „Marketingstrategen“ Christian Jund, den Gründer der Münchner Verlagsgruppe, zu der Riva gehört: „Für Junds Verlagsgruppe könnten die Wulff-Erinnerungen zum Umsatztreiber werden. Das Wulff-Buch erscheint in einer Startauflage von 100 000 Exemplaren. In diesem Jahr erwartet Jund einen Umsatz von 15 Millionen Euro.“

Frankfurter Rundschau

„Kein Ei ohne Drama“: Katrin Hillgruber ist nicht so sehr begeistert von Bodo Kirchhoffs Die Liebe in groben Zügen (FVA): „Fast alles in diesem Buch ist auf schiere Größe angelegt und will Bewunderung erzeugen.“

Ein „sonderbar symbolischer“ Roman: Tom McCarthy K (DVA).

Panne mit Bettina Wulff: Das ganze Feuilleton-Gedöns um ihre eigentlich so uninteressante Vergangenheit ist ja doch bloß Buch-Promotion: Wozu haben sich Madame sonst mit einer PR-Agentur selbständig gemacht? In manchen Buchhandlungen, berichtet die FR, lag das Buch am Samstag schon – da die Auslieferung letzte Woche begonnen hat, kein Wunder; manche Buchhändler sind schnell mit dem Auspacken. Sie haben’s dann aber schnell auch wieder eingepackt. Um es morgen wieder auszupacken. Ja, so ist das mit den Promis. Und erst recht mit den Semi-Promis.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Große Besprechung von Ivan Klímas Debütroman Stunde der Stille (Transit), der mit fast 50jähriger Verspätung auf Deutsch erschienen ist. „Ein profundes Buch der Aufklärung“, so Hans-Peter Riese.

„Baustellen des Strafrechts“: Klaus Lüderssen Rechtsfreie Räume (Suhrkamp).

Im Wirtschaftsteil: „Rosskur für den Duden“. Der Arzt und Unternehmer Alexander Bob holt den Duden nach Berlin, das freut offenbar auch Bürgermeister Klaus Wowereit. „Der Duden wird Berliner“, frohlockt der. Eigentlich war versprochen, dass mit der Übernahme des Duden Verlages zur Cornelsen Verlagsgruppe, der Standort erhalten bliebe. Zwar bleiben tatsächlich 30 Mitarbeiter in Mannheim, aber die gelten eher als Alibi. Durch den Umzug sind zahlreiche der 190 Stellen in Gefahr. Bob soll den größten Umbau der Verlagsgeschichte leiten: Das Geschäftsfeld mit der Nachhilfe mit 1000 Studienkreis-Filialen soll ebenso verkauft werden wie der Wissenschaftsverlag.

Die Welt

Philip Roth und der Unsinn, der über ihn in der Wikipedia steht (beside, schaut man sich dort Einträge zu diversen Autoren an, packt einen das nackte Entsetzen über die schiere Unkenntnis derer, die da Lexikon-Autor spielen): Roth schreibt also an den Wiki-Club, daß da Bockmist über ihn stehe, kriegt aber zu hören, daß er für die Hüter des ach so frei herumliegenden Wissens keine glaubhafte Quelle sei. Geändert hat man den Schwachsinn nach ewigem Hin- und Her dann doch irgendwann. Gestern hat der New Yorker die Geschichte Roth versus Wikipedia erzählt: als Geschichte über die Sturheit digitaler Beckmesser.
Hier gehts zum Brief von Roth im New Yorker

Süddeutsche Zeitung

Amelie Fried und Peter Probst haben ein Ehebuch geschrieben: Verliebt, verlobt … verrückt (Heyne).

Erik Wegerhoff über Das Kolosseum (Wagenbach). Alles, was Sie wissen wollen. Der Untertitel: Bewundert, bewohnt, ramponiert.

Im Wirtschaftsteil Blick über den Tellerrand: „Mahlzeit“: Der niederländische Händler Ahold eröffnet in einer aufgegebenen Schlecker-Filiale in Aachen seinen ersten Laden für verzehrfertige Gerichte: Die Kette ist ein weiteres Beispiel für den Trend, dass kleine Läden Zukunft haben.

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