
Die richtige Antwort lautet: Diogenes (Verlag), Zürich. Die Dioskuren, deren gemeinsames Werk dieser Verlag ist, sind Daniel („Dany“) Keel, der eigentliche Gründer, und Rudolf („Ruedi“) C. Bettschart. Sie wurden beide am 10. Oktober 1930 geboren, Keel in Einsiedeln und Bettschart in Luzern. Unterschiedliche Versionen gibt es von der Herkunft der Dioskuren Kastor und Polydeukes (lateinisch Castor und Pollux), die auch dem Sternbild der Zwillinge ihre Namen gaben.
Keel wurde im griechischen Kulturkreis fündig, als er nach einem Verlagsnamen suchte. Er wählte ihn nach Diogenes von Sinope (ca. 412 – 323 v. Chr.), einem griechischen Philosophen, der zusammen mit seinem Lehrer Aristhenes die Schule der Kyniker begründete, in einer Tonne gelebt haben soll und über den in einschlägigen Handbüchern zahlreiche Anekdoten zu finden sind (inzwischen kursieren über Keel selbst zahlreiche Anekdoten in Branchenkreisen, z. B. die von der Buchhaltung in einer Pappschachtel unter dem Bett des Verlegers in seinem Untermietzimmer in der Züricher Merkurstraße, Firmensitz von 1952 bis 1959).
Hauptabsatzgebiet des Verlages ist die Bundesrepublik Deutschland, obwohl es dort nie einen Diogenes Verlag gegeben hat, nur die Beteiligung an einer Verlagsauslieferung in Köln. 1966 gelang es Rudolf C. Bettschart, das kurz vor dem Konkurs stehende Unternehmen in eine AG umzuwandeln, an der er selbst beteiligt ist.
Der nach Remarques „Im Westen nichts Neues“ am besten verkaufte deutschsprachige Roman ist Patrick Süskinds „Das Parfum“ (1984). Der Diogenes-Titel, der es auf die Beststellerliste der New York Times schaffte, ist Bernhard Schlinks „Der Vorleser“ (deutsche Erstausgabe 1995). Ein weiterer Weltbestseller im Diogenes-Programm ist Paul Coelhos „Der Alchimist“. Kaum noch in Erinnerung ist, dass dieser Titel 1991 zunächst im Peter Erd Verlag erschienen ist, sich dort einigermaßen gut verkaufte, aber erst fünf Jahre später (1996) nach der Übernahme der deutschsprachigen Taschenbuch- und Hardcoverrechte durch Diogenes zum auch hierzulande zum Bestseller wurde.
Diogenes-Bücher erschienen zunächst in unterschiedlichster Ausstattung. Der charakteristische Rahmen wird erst seit 1985 durchgängig verwendet, die Grundschrift Dido erst seit 1990. Allerdings war der Rahmen schon seit 1976 Bestandteil des Diogenes-Logos.
Daniel Keel hat das sechzigjährige Bestehen seines Verlages nicht mehr erlebt. Er verstarb 2011. „Zwillingsbruder“ Bettschart führt das Unternehmen nunmehr mit Keels Sohn Philipp.
Die Vorschau „60 Jahre Diogenes Herbst Winter 2012/13“ bietet dem Buchhandel eine Jubiläums-Edition, Reprints und Sonderausgaben und nicht zuletzt eine Reihe von Jubiläumsaktionen an.
Ausführliche Informationen finden Interessierte in einer Reihe von Veröffentlichungen zur und aus der Geschichte des Verlages. Darunter ist die vorzügliche „Illustrierte Verlagschronik 1952 – 2002 mit Bibliographie“, aufgezeichnet von Daniel Kampa, besonders hervorzuheben.