Der Andrang der Journalisten war groß, als Salman Rushdie (Foto) heute im Rahmen einer Pressekonferenz in der Bertelsmann Repräsentanz, Unter den Linden 1, seine Autobiografie Joseph Anton vorstellte, die im C.Bertelsmann Verlag erschienen ist.

Verleger Klaus Eck begrüßte Salman Rushdie, der für sein Werk mehrfach ausgezeichnet wurde. Unter anderem erhielt er den Booker Prize, den „Booker of the Bookers“ und den „Best of Booker“. Sein jüngstes Werk „Jospeh Anton“ ist am 18. September zeitgleich in zahlreichen Ländern erschienen. Eck erinnerte an den Valentinstag, den 14. Februar 1989, an dem eine BBC-Journalistin Rushdie anrief und ihm berichtete, dass der Ayatollah Khomeini eine „Fatwa“, eine Anstiftung zur Ermordung des Schriftstellers, wegen Gotteslästerung ausgesprochen habe und verbreite.
Damit war ds Leben des Autors des Romans „Die satanischen Verse“ schlagartig in Gefahr. Rushdie musste untertauchen und sich auf Betreiben der Polizei einen Decknamen zulegen. Rushdie wählte Joseph Anton, eine Kombination aus den Vornamen seiner Lieblingsschriftsteller Joseph Conrad und Anton Tschechow. Sein neues Buch sei ein Stück Zeitgeschichte und große Literatur, so Eck.

Im Gespräch mit Frank Schirrmacher, dem Herausgeber der FAZ, erzählte Rushdie von seinem Leben unter der Fatwa. Damals änderte sich alles – auch sein Privatleben und der Alltag mit seiner Familie und seinen Freunden. Neun Jahre lang war Rushdie auf der Flucht. Die Fatwa habe nicht nur ihn, sonst sondern auch viele andere Menschen betroffen. Rushdie erzählte auch von der großartigen Unterstützung die er international von Verlegern, Journalisten und Schriftstellerkollegen erfuhr; andere, adrunter ehemalige Freunde, hätten ihn gemieden oder sogar angegriffen.
Rushdie verteidigte das Recht auf freie Meinungsäußerung. „Es ist unmöglich in einer Welt zu leben, in der wir nicht verletzt werden“, betonte er. Bücher würden niemanden verletzten, denn niemand sei gezwungen ein Buch zu lesen. „Ist ein Buch zugeklappt, kann es niemanden verletzten.“ Wer sich durch Worte gekränkt fühlt, sollte auch mit Worten reagieren. Es gebe auch Bücher, die ihn verletzen würden, so Rushdie, aber deswegen zünde er niemals die Buchhandlung an.
ML







