Heute um 17.30 Uhr schloss die Frankfurter Buchmesse mit einem leichten Plus von 3 Prozent während der Besuchertage am Wochenende und einem gesamten Besucherplus von 0,6 Prozent (insgesamt: 281.753 Besucher).
Ein minimaler Rückgang während der Fachbesuchertage von minus 1,6 Prozent spiegelt, dass die Branche für alle Herausforderungen gut gerüstet und optimistisch ist: „Der Mut und die Innovationskraft Europas, aber auch der internationalen Verlagsbranche, zeigte sich auch hier auf der Frankfurter Buchmesse“, so Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse. „Trotz der wirtschaftlichen Krise in Südeuropa waren alle wichtigen Vertreter des internationalen und europäischen Publishing hier in Frankfurt – und das Interesse an Übersetzungen aus den so genannten ‚kleinen Sprachräumen‘, aber auch an digitalen Projekten, nimmt zu.“ Das zeigte sich auch an der wachsenden Bedeutung des inzwischen hochkomplex gewordenen Rechtehandels: Das Literarische Agentenzentrum in Halle 6.0 wuchs um 4,4, Prozent gegenüber 2011: Rund 100 Agenten mehr als im Vorjahr absolvierten in diesem Jahr Termine im sprichwörtlichen 30-Minuten-Takt, was einem Mehr von rund 1.300 Besprechungen am Tag entspricht. Die Ausstellerzahlen sind mit -1 Prozent leicht rückläufig.
„Man sollte es nicht glauben: Je globaler das Geschäft mit Büchern wird, desto größer wird das Bedürfnis, sich mindestens einmal im Jahr auf dieser Welt persönlich zu begegnen – und zwar in Frankfurt. Das Gespräch über Menschen und Bücher ist nicht zu ersetzen“, so Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins. Die Präsenz internationaler Verlage in Frankfurt wächst, und die Haltung der Verlage wurde von Branchenbeobachtern als offener und experimentierfreudiger eingeschätzt als noch vor einem Jahr: „Hier in Frankfurt hat sich das moderne Publishing präsentiert“, so Juergen Boos, „wir erleben die nächste Generation von Büchermenschen – ideenreich, mit neuen Kompetenzen ausgestattet und hochvernetzt. Ein ganz neuer Sportsgeist hat die Branche erfasst.“ Dazu gehört, dass sich neue Player aus den Bereichen Technologie, aber auch Film und Games in den Buchmesse-Kosmos integrieren – aber auch, dass die Beziehung zwischen Verlagen und Lesern immer enger wird. Das StoryDrive Festival zeigte mit rund 1.000 Besuchern, dass Fragen rund um Digitalisierung, Kreativität und Innovation keine Fachfragen mehr sind.
Auf hervorragende Resonanz stieß außerdem das Programm der Frankfurt Academy, deren rund 3.300 Fachteilnehmer die Frankfurter Buchmesse nutzten, um in einem internationalen Wissensnetzwerk wichtige Player der Buchbranche zu treffen, neue Geschäftsmodelle und Trends zu identifizieren, internationale Best-Practice-Beispiele zu sehen und Ideen auszutauschen.
Unumstrittener Höhepunkt war die Präsentation des Ehrengasts Neuseeland, der mit sympathischem Understatement, einer großartigen Pavillion-Architektur und einer bunten Mischung aus Performance, Tanz, Gesang, Multimedia und hoher Literatur sowohl Fachbesucher als auch Publikum für sich einnahm.
Die Frankfurter Buchmesse ist mit über 7.300 Ausstellern aus rund 100 Ländern die größte Buch- und Medienmesse der Welt. Darüber hinaus organisiert sie die Beteiligung deutscher Verlage an rund 20 internationalen Buchmessen.