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Cees Nooteboom stellt Briefe an Poseidon vor

Cees Nooteboom

Seit 20 Jahren sind die Düsseldorfer Buchhändler Selinde Böhm und Rudolf Müller mit Cees Nooteboom (Foto) befreundet, immer wieder liest er in ihrer Buchhandlung, die ihm, so hat er es in einem kleinen Essay geschrieben, die liebste von der Welt ist, und immer liest er vor ausverkauftem Haus. So auch gestern abend.

Als er 2008 an einem Februartag Sándor Márais Die vier Jahreszeiten (1938) in einer Münchner Buchhandlung kaufte, bekam er Lust, auch mal wieder „was Kurzes“ zu schreiben. Wie alle Deutschen, die, zwar in Decken gehüllt, aber beim ersten Sonnenstrahl draußen sitzen müssen, tat er es ihnen gleich, blätterte im frisch erworbenen Buch, ließ sich einen Schampus kommen, um den ersten Sonnenstrahl zu begrüßen, und auf dem Untersetzer fürs Getränk las er den Namen Poseidon. So hieß das Lokal, in dem er sich zufällig niedergelassen hatte. „Und da war es klar – ich werde Briefe an Poseidon schreiben“, erzählte Nooteboom die Vorgeschichte seines neuen Buches Briefe an Poseidon (Suhrkamp).

Mit Antworten hat er von Anfang an nicht gerechnet, sagte er, obwohl man auf viele seiner an den griechischen Meeresgott gerichteten Fragen gern eine hören würde: Zum Beispiel: Wie ist das eigentlich, wenn man als Gott so gar nicht mehr beachtet wird, weil eine andere Religion sich breitgemacht hat (die, so Nooteboom, jetzt auch in den Zustand des akuten Aufmerksamkeitschwundes geraten ist). Trotzdem hat er 23 Briefe an Poseidon geschrieben und etwa 50 kleine Prosastücke. Die es freilich in sich haben. „Schön, dass Sie bei diesem schönen Wetter gekommen sind, um hier harte Brocken von Theologie zu hören“, begrüßte der niederländische Autor sein Publikum – trug dann aber viele kurzweilige Texte vor. Die man freilich noch einmal in Ruhe nachlesen sollte. Es steckt mehr drin, als man beim ersten Hören vermuten möchte…

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