
Vor genau 15 Jahren, am 30. Oktober 1997, öffnete Dussmann das Kulturkaufhaus zum ersten Mal seine Türen. Das wurde gestern Abend unter dem Motto „Born to be Kult“ mit über 500 geladenen Gästen im Haus an der Friedrichstraße gefeiert. Gleichzeitig öffnete im Untergeschoss das Restaurant Ursprung.
Mitarbeiter und Freunde des Hauses, zahlreiche Verlagsvertreter und Vertriebsleiter aus Nah und Fern feierten bis in die Nacht die Erfolgsgeschichte des Unternehmens. Es ist wie bei einem Messeempfang in Frankfurt, umschrieb einer der Gäste die Atmosphäre. Temperamentvoll führte die Entertainerin Gayle Tufts durch den Abend. Unter anderem war die Sängerin Simone Kermes live zu erleben und auch Catherine von Fürstenberg-Dussmann, die Stiftungsratsvorsitzende der Dussmann Gruppe und frühere Schauspielerin, überraschte mit einem Auftritt. Sie zog das Publikum mit „Somewhere over the Rainbow“ in ihren Bann.
Das Kulturkaufhaus hat allen Grund zu feiern. Bereits am Vormittag hatte Geschäftsführerin Julia Claren im Rahmen einer Pressekonferenz Zahlen genannt. Der Jahresumsatz ist konstant und betrug 2011 35 Millionen Euro, bei über 3 Millionen Kunden im Jahr. Seit der Eröffnung wuchs die Verkaufsfläche von 4.000 auf aktuell 7.300 Quadratmeter und fünf Etagen. Insgesamt hat Dussmann 650.000 Artikel im Bestand, davon 150.000 Bücher
Catherine von Fürstenberg-Dussmann erinnerte gestern Abend daran, wie visionär ihr Mann Peter Dussmann damals den Standort ausgewählt hat. Es gab noch keinen nennenswerten Einzelhandel in der Umgebung und keine Touristenströme, aber ihr Mann, dessen Vater Buchhändler war, sei sicher gewesen, dass die Friedrichstraße eine wichtige Einkaufsadresse werden wird. Peter Dussmann, der seit einem Schlaganfall vor vier Jahren zurückgezogen in Frankreich lebt, sei ebenfalls in Berlin und lasse alle Gäste grüßen, so Catherine von Fürstenberg-Dussmann.
„Das Kulturkaufhaus ist kein Hobby“, betonte Dirk Brouwers, der Vorstandsvorsitzende der Dussmann Gruppe. Es sei vielmehr das Aushängeschild, die Seele des Unternehmens. Das hervorragend geführte Geschäft habe stets Gewinn erzielt und leiste mit schwarzen Zahlen seinen Beitrag zum Gesamtergebnis der Dussmann Gruppe. Service und Kundenzufriedenheit nannte Brouwers als Erfolgsfaktoren. „Hier im Haus findet kulturelles Leben statt“, sagt er. Von Anfang an gehören Verkäufer aus der Kulturszene zum Konzept. Julia Claren ist ausgebildete Opernsängerin und seit über 15 Jahren im Unternehmen. Sie habe bereits vor der Eröffnung den Ersteinkauf für die Klassikabteilung getätigt, so Brouwers.
Charmant und warmherzig bedankte sich Julia Claren nicht nur bei den Geschäftspartnern, sondern auch bei den 200 Mitarbeitern. Der wirkliche Schatz des Unternehmens seien das Wissen und die Leidenschaft der Mitarbeiter. „Unser Ziel ist es, die Bedürfnisse unserer Kunden kompromisslos zu erfüllen“, so Julia Claren. Dazu gehöre auch, Dialoge und Begegnungen anzubieten. Faktoren, die Internet-Versandhäuser nicht leisten könnten. In der sich wandelnden Zeit werde man noch mehr Energie aufwenden, damit das Kulturkaufhaus einzigartig bleibt, so Claren.
So wurden die Öffnungszeiten Anfang Oktober noch einmal erweitert. Der Verkauf beginnt bereits um 9 Uhr. Montags bis freitags ist bis 24 Uhr geöffnet, samstags bis 23.30 Uhr. Das Engagement des Hauses für flexible Öffnungszeiten ist noch nicht beendet. Dussmann setzt sich dafür ein, dass an allen vier Adventsonntagen geöffnet werden kann. Bisher ist das nur an zwei Adventsonntagen möglich. Diese Einschränkung bevorteile den Onlinehandel, so Brouwers.
In Zukunft will Dussmann schneller als der Online-Handel werden, wie Julia Claren auf der Pressekonferenz ankündigte. „Mit Beginn des Weihnachtsgeschäfts werden wir einen ganz neuen Service anbieten“, sagte sie. Die Kunden geben ihren Wunschzettel bei Dussmann ab, persönlich, telefonisch, oder per Mail. Ein Service-Team übernimmt die Suche und innerhalb von zwei, drei Stunden liegen die gewünschten Produkte – Bücher, Filme oder Musik – abholfertig bereit. Für 2013 kündigte Julia Claren zudem einen „möglichst CO2 freien“ Lieferservice innerhalb der Stadt an.
Auch im neuen Restaurant Ursprung, das gestern Abend am Vertikalen Garten eröffnet wurde, setzt Dussmann auf Nachhaltigkeit. Ein großer Teil der ausschließlich regionalen Zutaten stammt aus biologischem Anbau. Unter dem Motto „eat-drink-dream“ solle das Restaurant inmitten des Großstadttrubels eine Insel der Entspannung sein, sagte Catherine von Fürstenberg-Dussmann.
Heute wird im Kulturkaufhaus schon wieder gefeiert. Ab 16 Uhr steht eine Geburtstagsparty mit den Kunden auf dem Programm.
ML