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Lübbe will mit Traumrendite weiter wachsen, digitaler werden – und ein Buchhandels(Muster)Konzept testen

Spektakuläre Wachstumsraten hat Stefan Lübbe heute der Presse in Köln vorgestellt: Seine Verlagsgruppe Bastei Lübbe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatzsprung auf 82, 2 Mio Euro gemacht (bei einer Rendite von spektakulären 9,1 %), und rechnet damit, im kommenden Jahr die Rendite auf 12,2 % zu verbessern.

Das übrigens, wie der kaufm. Geschäftsführer Thomas Schierack verriet, bei einem für das laufende Geschäftsjahr geplanten Umsatz von „nur“ 97 Mio Euro – verbunden mit der „kleinen Hoffnung, vielleicht die 100 Millionen Hürde zu überspringen“. Beitragen kann dazu auf Anhieb der Eichborn-Verlag, den Lübbe als weiteres Standbein integriert hat. „Er ist wieder da“ hat sich zum großen Verkausferfolg gemausert, wird nächste Woche auf Platz 1 der SPIEGEL Liste rangieren – mit weit über 200.000 verkauften Exemplaren.

Heute bei der Pressekonferenz:
(v.l.) Felix Rudloff, Klaus Kluge,Thomas Schierack und Verleger Stefan Lübbe
Foto: Olivier Favre

Einer der weiteren Wachstumsmotoren sei neben der gezielten Akquisitions-Politik in zum Verlagsprogramm passender Firmen (wie etwa der Zukauf von Räder [mehr…] und Präsenta) [mehr…]) auch die „wohl beste Geschäftsführungs-Mannschaft eines deutschen Verlages“ [mehr…], wie der Verleger heute bei der Pressekonferenz sagte.

Der Anlass dafür war das anstehende 60-jährige Bestehen seines „Familienverlages“ (Lübbe: „Davon gibt es nicht viele, die sich so lange halten“), der vor allem in der konsequenten Nutzung neuer digitaler Möglichkeiten Wachstumsfelder sieht. Dafür hat man in diesem Jahr eine Anleihe aufgelegt [mehr…]. Die gibt dem Unternehmen Spielraum für neue Aktivitäten , erlaubt aber auch ein Zurück zu den einstigen Wurzeln: Zum Jahresende will Lübbe auch die restlichen 26 % an dem bereits im Juli 2011 erworbenen Rätselheftverlag PMV übernehmen.

Große Erwartungen setzt man auch auf die neuentwickelte digitale Serie „Coffeshop“, die man auch international ebenso zu vermarkten hofft wie die vor einem Jahr gestartete Idee „Apocalypsis“. Dazu soll auch in den (nicht nur eigenen) Autoren-Nachwuchs investiert werden: Unter der Leitung von Jan F. Wielpütz und Ann-Kathrin Schwarz (beide selbst als Autoren tätig und seit Jahren als Lektoren im Haus) geht im kommenden Jahr mit der Bastei Lübbe Academy an den Start; „Deutschlands erste verlagseigene Autorenschule„.

Bei aller Konsequenz, mit der die Gruppe die Möglichkeiten der digitalen Welt nutzen will (digitale Produkte machen schon jetzt fast zehn Prozent vom Umsatz aus), glaubt das Unternehmen fest an die Kraft eines lebendigen, gutgemachten Buchhandels, der dem Kunden Erlebniswelten vermitteln könne. Um hier auch „selber sachkundig mitreden zu können“, wie Marketing-Geschäftsführer Klaus Kluge beteuert, soll ab 1. April kommenden Jahres im Kölner Szeneviertel um die Brüsseler Straße ein Lübbe-eigener „Concept-Store“ eröffnet werden.

Hier will das Unternehmen ein neu entwickeltes Verkaufskonzept testen, das ein ausgewähltes Buch-Angebot mit dem hauseigenen Räder-Artikeln verknüpfen soll. Kluge: „Wir haben uns mit einer Reihe von Buchhändlern zusammengesetzt und wollen die gewonnenen Erkenntnisse ohne Druck ausprobieren und damit auch zeigen, dass es neue Ideen für den Buchhandel gibt.“

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