Am 8. März veranstaltet die Beratungsagentur Bommersheim Consulting, in Zusammenarbeit mit der Akademie des Deutschen Buchhandels in München die Konferenz „Most wanted – Kluge Köpfe für den Wandel“. Über den Bedarf an digital kompententen Mitarbeitern und die Themen dieser Konferenz spricht BuchMarkt mit der Initiatorin Helena Bommersheim.
BuchMarkt: Frau Bommersheim, die Buchbranche kämpft ja seit Jahren mit sinkenden Umsätzen. Da liegt die Frage nach dem Personalbudget nahe. Ist denn jetzt der richtige Zeitpunkt, um die Frage nach dem Personal zu thematisieren?

Helena Bommersheim: Unbedingt, denn gerade jetzt stehen die Medienunternehmen vor der Herausforderung, Mitarbeiter mit digitalem Know-How für die neuen, digitalen Geschäftsfelder zu gewinnen. Gleichzeitig besteht die Notwendigkeit, das vorhandene Personal weiterzuentwickeln, um die digitalen Veränderungen und den Change Prozess gestalten zu können.
Was genau thematisiert denn diese Konferenz?
Es wird benannt und natürlich auch diskutiert, was sich in den Verlagen verändern muss, damit wir diese „klugen Köpfe“ mit ihrer digitalen Expertise gewinnen können. Die Dynamik, mit der sich Jobprofile verändern, ist extrem hoch. Wir werden auf der Konferenz hören, welche Auswirkungen dies hat und welche Antworten andere Unternehmen gefunden haben. Also: Wer wird jetzt benötigt, was müssen diejenigen können, wie wird in den Unternehmen der Change Prozess gemanaged und was sind die Learnings daraus.
Und was bedeutet das dann für die Unternehmensführung?
Für die Unternehmensführung bedeutet das, dass das Thema Personalmanagement, Personalrecruiting und -entwicklung absolute Chefsache sein muss und auf der Prioritätenliste weit vorne rangieren muss. Der Change Prozess muss ausgehend von der Spitze des Unternehmens gestaltet werden. Das ist auch das Thema von Stephan Grünewald, einem der Key Note Speaker der Konferenz.
Niemand weiß heute, wohin sich die Medienbranche mit all den digitalen Möglichkeiten entwickeln wird. Zögern die jungen Kandidaten, sich in ein solch unsicheres Feld zu begeben? Und wenn ja: Wie können die Medienunternehmen den potentiellen Bewerbern die Sicherheit geben, dass die Jobs auch zukünftig gesichert sind?
Wir müssen deutlicher nach außen zeigen, wie breit das Leistungsspektrum in den Verlagen ist. Auf der Konferenz werden die Vorträge, Sessions und Diskussionen zeigen, dass die Chancen für die Zukunft genau in dieser Innovationskraft der Medienbranche stecken. Und welche Chancen die Young Professionals, die eigentlich in die große weite Welt des Internets wollen, hier in den Medienunternehmen haben. Gleichzeitig geht es uns natürlich auch darum, aufzuzeigen, wie Personalentwicklung intern funktioniert, wie die bestehenden mit den neuen klugen Köpfen vernetzt werden können. Und Sicherheit ist zunächst nichts, was die „digital talents“ anstreben – vielmehr suchen sie Gestaltungsfreiraum, den sie mit Kreativität und unternehmerischem Impuls ausfüllen können.
Also glauben Sie, dass die Buchbranche für junge Leute noch immer attraktiv ist?
Ja klar ist unsere Branche attraktiv – gerade wegen der medialen Umbrüche. Das zeigen auch die Anmeldungen zum Recruiting Day, mit dem wir die Konferenz ergänzen.
Das heißt, Sie wollen der Branche gleich noch neues Personal zuführen?
Ja, auf dem Recruiting Day am 9. März haben Medienunternehmen und Young Professionals die Möglichkeit, sich unkompliziert und direkt kennen zu lernen. Und das Interesse ist sehr groß: Bislang haben sich bereits über 300 junge Menschen angemeldet, mit erster Berufserfahrung, mit deutlich digitaler Ausrichtung und voller Neugierde auf neue Chancen!
Das zeigt ja, dass es ausreichend Interesse an der Branche gibt, oder?
Ja, aber die Branche steht im Wettbewerb um die jungen Talente mit vielen anderen Content getriebenen Unternehmen. Der allgemeine Wettbewerb um gute Arbeitskräfte ist enorm hoch. Attraktive Arbeitsmodelle für „Young Professionals“, zum Beispiel auch im Hinblick auf Arbeiten im internationalen Kontext, sind speziell im Buchbereich noch eher die Ausnahme. Und neue Arbeitsmodelle, die sich an diese Berufsgruppe richtet, sind bisher nur wenige im Angebot.
Spielt denn die Internationalität für die deutschen Buchverlage überhaupt eine wichtige Rolle?
Die großen Verlagsgruppen sind alle international aufgestellt. Und die Durchlässigkeit ist größer als man zunächst auf Grund der Sprachbarrieren meint. Hier kommt wieder die Digitalisierung zum Zuge: Konzepte für digital publishing entstehen unabhängig vom jeweiligen Sprachraum…