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Die KrimiZEIT-Bestenliste August hier zum Ausdrucken

Heute ist die KrimiZEIT-Bestenliste August 2013 in der Wochenzeitung DIE ZEIT erschienen; hier können Sie die Liste downloaden und als Plakat ausdrucken: download(08-KrimiZEIT-Bestenliste_August 2013.pdf). Auf Platz 1 der KrimiZEIT-Bestenliste August ist neu eingestiegen Zügellos von Dominique Manotti.

Neu auf der KrimiZEIT-Bestenliste August sind folgende Titel:

Auf Platz 1: Zügellos von Dominique Manotti (Argument/Ariadne)
Zügellos ist der zweite Kriminalroman Manottis und der erste, in dem sie die herrschende Clique der Mitterand-Ära aufs Korn nimmt. Noch wütender als im vier Jahre später veröffentlichten Roter Glamour deckt sie die miese kleine Seilschaft auf, die eine Gruppe ehemaliger Revoluzzer auch dann noch verbindet, als sie längst als Politiker oder Wirtschaftsboss auf die Seite der Macht gewechselt ist. In dossier-ähnlich verknappten Sätzen rollt Manotti die Spur ihrer Aktivitäten auf. Zusätzlichen Drive erhält die Geschichte von Pferde-, Drogen- und Menschenhandel durch den Sturz der Mauer – der Roman spielt zwischen dem 1. Juni und dem 10. November 1989.

Auf Platz 5: Der katholische Bulle von Adrian McKinty (Suhrkamp)
Nach der „Todestrilogie“ um den nach Manhattan und von dort auf die Flucht vor irischen Gangstern getriebenen Michael Forsythe kehrt Adrian McKinty topographisch an seinen Geburtsort Carrickfergus zurück. Dort tut der studierte Psychologe Sean Duffy als Kriminalbeamter 1981 seinen Revierdienst. Misstrauisch von seinen protestantischen Kollegen beäugt und geächtet von der IRA arbeitet er erstaunlich wohlgemut für die Queen und Mrs Thatcher. Es ist die Hochzeit der Hungerstreiks, doch der Fall, um den es geht, sieht zunächst aus wie eine Serie von Schwulenmorden. Duffy zwischen allen Fronten – ein wenig „überambitioniert“ (Thekla Dannenberg), aber gelungen als historischer Kriminalroman, auf der Höhe der Konflikte.

Auf Platz 6: Vermisst von Dror Mishani (Zsolnay)
Bisher scheint Dror Mishanis Strategie, Aufmerksamkeit zu wecken, aufzugehen. Mit seinem dicklichen Vorstadtinspektor Avraham Avraham verbreitet der Lektor und Unidozent für Kriminalliteratur Mishani die These, Israel sei kein Land für Krimis. Unsinn, aber werbewirksam. Werbung für ein interessantes Buch: Aus der behaupteten Ablehnung des Genres schöpft Mishanis Anti-Kommissar Avraham, der zudem als Mizrachi der geringer geschätzten Gruppe aus dem Osten stammender Juden angehört, die Kraft, aus seinen Fällen zu lernen. Raffiniert, ein vielversprechendes Debüt. („Der anfangs so unbeholfene und von Selbstzweifeln geplagte Polizeiinspektor Avraham erweist sich ganz allmählich als ebenso zäher wie vielschichtiger Mann.“ Lore Kleinert)

Auf Platz 9: Empty Mile von Matthew Stokoe (Arche)
Mit High Life, einer ebenso rüden wie moralistisch auf Schock setzenden Story aus dem Sex-gegen-Ruhm-Business Hollywoods (KrimiZEIT-Bestenliste Mai 2012) wurde Stokoe dem deutschen Publikum bekannt. Empty Mile kommt ruhiger daher: Wieder ist es ein schuldlos schuldig gewordener junger Mann, der von den Umständen und seinen skrupelloseren Mitmenschen in die Mangel genommen wird. Diesmal in einem Kaff, das sich immer noch an die großen Zeiten des Goldrauschs erinnert, aber jetzt mit Tourismus, Immobilien und Blumen kleinere Traumbrötchen backen muss.

Auf Platz 10: Die Toten, die niemand vermisst von Michael Hjorth/Hans Rosenfeldt (Rowohlt Polaris)
Im dritten Fall der Reihe um den Kriminalpsychologen Sebastian Bergmann geht es nur am Rande um diesen und sein Verhältnis zu seiner Tochter. Im Zentrum der Ermittlungen eines Journalisten und der Reichsmordkommission stehen zwei Fälle, die zunächst nichts und dann doch ursächlich etwas miteinander zu tun haben: Zwei afghanische Immigranten sind 2003 verschwunden und sechs Skelette werden im Gebirge gefunden.

Außerdem auf der Liste:

Platz 2: Patrícia Melo mit Leichendieb (Tropen)
Platz 3: Lavie Tidhar mit Osama (Rogner & Bernhard)
Platz 4: Warren Ellis mit Gun Machine (Heyne)
Platz 7: Arne Dahl mit Bußestunde (Piper)
Platz 8: Stephen Dobyns mit Das Fest der Schlangen (C. Bertelsmann)

Monatlich wählen achtzehn auf Kriminalliteratur spezialisierte Literaturkritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die zehn Titel, die ihnen am besten gefallen haben. Sie halten nach dem literarisch interessanten, thematisch ausgefallenen, besonderen Kriminalroman Ausschau. Die KrimiZEIT-Bestenliste ist eine Kooperation der ZEIT mit dem Nordwestradio, einem gemeinsamen Programm von Radio Bremen und dem NDR.

Die KrimiZEIT-Bestenliste Juli wird in den Literatursendungen des NordwestRadios besprochen sowie im Internet unter www.zeit.de/krimizeit-bestenliste und unter www.radiobremen.de/nordwestradio/serien/krimizeit/index.html vorgestellt.

Die Jury:
Tobias Gohlis, Kolumnist der ZEIT, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, DLF, BR | Gunter Blank, »Sonntagszeitung« | Thekla Dannenberg, »Perlentaucher« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Michaela Grom, SWR | Lore Kleinert, Radio Bremen | Thomas Klingenmaier, »Stuttgarter Zeitung« |
Kolja Mensing, »Tagesspiegel« | Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR | Jan Christian Schmidt, »Kaliber 38« | Margarete v. Schwarzkopf, NDR | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, Elder Critic, »NRZ«, »WAZ« | Hendrik Werner, »WeserKurier« | Thomas Wörtche, »Plärrer«, »culturmag«, »DRadioKultur«

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