Thalia gab heute Auskunft über die Anfang 2012 begonnenen Bemühungen, das Unternehmen neu aufzustellen. „Das Unternehmen befindet sich auf gutem Kurs zum Ziel, nachhaltig wieder Wachstum zu generieren“ hieß es aus Hagen. Ohne Filialschließungen aber wird es nicht abgehen.
Michael Busch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Thalia Holding, erklärte: „Wir sind den drastischen Veränderungen in der Buchbranche in den vergangenen Monaten rechtzeitig und erfolgreich entgegengetreten und haben dabei das größte Stück eines steinigen Weges hinter uns gebracht. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die bereit sind, sich den Veränderungen zu stellen und sie im Sinne des Unternehmens aktiv voranzutreiben. Unsere gesteckten Ziele innerhalb des Neuausrichtungsplans haben wir immer erreicht und Thalia ist auf einem guten Weg, wieder nachhaltig Wachstum zu generieren – darauf sind wir sehr stolz. Dennoch werden wir uns auf diesen ersten Erfolgen nicht ausruhen. In den nächsten Monaten gilt es, unter den Prämissen Konsolidierung und operative Exzellenz im stationären sowie Optimierung und zügiges Wachstum im E-Commerce-Bereich, die Neuerungen weiter nachhaltig zu implementieren und zu perfektionieren.“
Eines der „schwierigsten Kapitel der Neuausrichtung“ sei abgeschlossen. Gemeint sind „die Flächenveränderungen, mit denen unvermeidbar auch Schließungen über das übliche Maß hinaus einhergingen“. Dazu heißt es in der Pressemitteilung: „Insgesamt sind ca. 20 Schließungsentscheidungen nicht zu vermeiden, wo Umsätze stark rückläufig oder Verkaufsflächen langfristig nicht mehr rentabel waren – einige davon wurden bereits umgesetzt, einige werden in den nächsten Monaten noch folgen. In Zukunft werden noch vereinzelt Schließungen oder Flächenverkleinerungen durch Umzüge an einzelnen Standorten möglich sein, jedoch lediglich im Rahmen der im Einzelhandel üblichen Entwicklung des stationären Vertriebsnetzes. Hinsichtlich der Neuausrichtung ist dieser Prozess aber abgeschlossen.“
Mit dem „Wandel des Stationärgeschäfts“ gehe auch „die stärkere Verknüpfung mit dem E-Commerce-Bereich“ einher. „Unser Erfolg liegt künftig unter anderem in der geschickten Vernetzung der Kanäle. Thalia ist im Bereich Cross-Channel-Services bereits gut aufgestellt, jedoch sehen wir noch Potenzial für die Zukunft. Dabei kommt es besonders darauf an, lokal relevante Inhalte mit persönlichen Beziehungen vor Ort zu verbinden. Das erklärte Ziel dabei ist, unsere Kunden so individuell und gezielt wie möglich ansprechen und für Thalia begeistern zu können“, erläutert Michael Busch.
Der gemeinsam mit Weltbild, Hugendubel und Club Bertelsmann sowie der Deutschen Telekom als Technologie-Partner initiierte eReader tolino shine sowie die Marke tolino habe man „erfolgreich im deutschsprachigen Markt etabliert“. „Die zum Launch verkündeten Versprechen wurden voll eingelöst: Das Gerät hat sich als echte Alternative zu den vorhandenen Angeboten der amerikanischen Konkurrenten etabliert. Das offene System des tolino, das das Lesen von nahezu allen eBook-Formaten ermöglicht, ist ein wichtiger Vorteil im wettbewerbsintensiven eReading-Markt, in dem aktuellen Prognosen zufolge allein in diesem Jahr weitere 1,4 Millionen Lesegeräte verkauft werden (Quelle: Bitcom). In naher Zukunft ist der weitere Ausbau der tolino-Gerätefamilie geplant, der Hand in Hand gehen wird mit technologischen Neuerungen und der Ausdehnung des Content-Angebots.“
Bei Thalia seien die Umsätze mit eBooks seit Oktober 2012 „im dreistelligen Bereich gestiegen“. Derzeit investiere man „in eine bauliche Neugestaltung der vorhandenen eReading-Bereiche in den Buchhandlungen, wobei an elf Standorten eReading-Welten als Shop-in-Shop-Formate eingeführt werden. Ein weiteres klares Bekenntnis zum zukunftsweisenden eReading-Markt.“
www.thalia.de verzeichne seit Oktober 2012 ein zweistelliges Wachstum und liege damit oberhalb des Marktdurchschnitts. „Wachstumsimpulse kommen vor allem aus dem digitalen Geschäftsbereich, Kerngeschäft bleibt jedoch der Vertrieb physischer Bücher. Ferner dienen der Onlinebereich und das damit verbundene IT-Ökosystem als Stützen für die weitere Entwicklung des Digitalgeschäfts und die Verzahnung der Vertriebskanäle. Gezielte Investitionen im siebenstelligen Bereich, etwa für den Ausbau der E-Commerce-Plattform, insbesondere für die Einführung eines neuen, kanalübergreifenden Warenwirtschaftssystems, tragen dieser Relevanz Rechnung.“
Die Einführung und Erweiterung neuer Sortimente wie Spiele & Spielwaren, Musik-CDs und DVDs an ausgewählten Standorten seien Beispiele für „Thalias Neuausrichtung im Stationärhandel“. In diesem Bereich verzeichne man seit Oktober 2012 ein Umsatzwachstum von 25 Prozent. „Neben der Etablierung von Themenwelten als orientierungsgebende Klammer einzelner Sortimentsbereiche, verfolgt Thalia erfolgreich in Eigenregie geführte Markenshops. Darunter befindet sich etwa der Anbieter für Bastelbedarf Rayher Hobby oder ab Oktober exklusiv in Deutschland der Vertrieb der Business Accessoires des italienischen Labels Campo Marzio. Diese Flächen werden mit eigenen Mitarbeitern betrieben.“
Michael Busch: „Insgesamt gilt es, bewährte Konzepte und Produkte auf ihre Zukunftstauglichkeit hin zu überprüfen und damit dem Buch, das bei Thalia immer im Zentrum stehen wird, eine bestmögliche Position zu verschaffen. Wir brauchen keinen neuen Buchhandel, sondern einen, der sich für neue Möglichkeiten öffnet und neu aufstellt, ohne dabei seine Seele zu verlieren. Wir verfolgen im Bereich Sortimente und Formate eine Strategie, die uns erlaubt, auf Trends flexibel zu reagieren, sie aufzugreifen und uns auch wieder davon zu verabschieden, wenn sie auslaufen. Außerdem stellen wir im siebenstelligen Bereich finanzielle Mittel bereit, um in unseren Läden gezielt den Ladenbau so anzupassen, dass wir auch neue Sortimente analog zum Buch adäquat präsentieren können.“