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Berliner Talk zum 70. Geburtstag von Klaus Kordon

Ein großer Auftritt gestern Abend in Berlin: Wenige Tage nach dessen 70. Geburtstag feierte der Verlag Beltz & Gelberg den Schriftsteller Klaus Kordon in der Staatsbibliothek am Potsdamer Platz mit einem „Berliner Talk“ über Kordons Leben als Zeitzeuge und Schriftsteller.

Barbara Gelberg und Klaus Kordon

Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf zeigte sich überwältigt von der großen Anzahl der Zuhörer, darunter auch zahlreiche Jugendliche und sie verriet, dass Klaus Kordon zugesagt habe, seinen Nachlass der Staatsbibliothek zur Verfügung zu stellen.
Kordon habe die Hälfte seines bisherigen Lebens mit Beltz & Gelberg verbracht, betonte Barbara Gelberg in ihrer Begrüßung. Er sei 35 Jahre alt gewesen, als sein erstes Buch in ihrem Verlag erschien, und dem Haus bis heute mit all seinen Büchern treu geblieben ist. In einem seiner zahlreichen Interviews anlässlich seines runden Geburtstages habe Kordon seine enorme Produktivität so beschrieben: „Ich habe die ersten 30 Jahre so viel erlebt, dass ich die nächsten 30 darüber schreiben konnte.“

Der Publizist Michael Sontheimer sprach mit Kordon über dessen Leben als Zeitzeuge und Schriftsteller. Es gebe keine bessere politische Schulung, als in der Nachkriegszeit in Berlin aufzuwachsen, sagte Kordon, der aus Prenzlauer Berg stammt. Hier, in der Nähe der Grenze zu Westberlin habe er bis zum Mauerbau von beiden Systemen viel mitbekommen, so Kordon, der mit 13 Waise wurde und ins Kinderheim kam. Mit 19 heiratete er seine Frau, mit der heute noch zusammenlebt. Kordon studierte Volkswirtschaft. Später zog er nach einem Jahr in Stasi-Haft in die Bundesrepublik. Heute lebt er seit vielen Jahren wieder in Berlin.

Auch Jugendliche kamen gestern Abend zu Wort. In Kooperation mit dem Berliner Verein Kulturkind befragten bestens vorbereitete Zehntklässler den Autor und erfuhren, dass Klaus Kordon Schriftsteller wurde um zu informieren. „Es gibt Geschichten, die man erzählen muss“, so Kordon. Er wolle seine Leser informieren und dabei unterhalten. Ist er jemals auf die Idee gekommen, für Erwachsene zu schreiben? „Ich unterscheide nur zwei Arten von Büchern“, so Kordon, „Kinderbücher und Bücher.“ Jugendliche könnten mit 14 doch alles lesen und Jugendbücher würden häufig auch von Erwachsenen gelesen. „Grenzüberschreitend zu schreiben war schon immer mein Anliegen.“

Mit Spannung warten die Kordon-Fans nun auf seinen neuen Roman. Er stecke in der Abschlussphase für ein Buch, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts spielt, so Kordon. Sein nächster Roman werde dann wieder von der Gegenwart handeln. Die Zuhörer dankten mit lang anhaltendem Applaus und standen noch lange an, um sich Bücher signieren zu lassen.

ml

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