
Thomas Wörtche (© LG Bauer)
Seit Anfang des Monats ist das erste Programm „elektrische Bücher“ lieferbar, mit dem Zoë Beck (Foto), Jan Karsten, Kirsten Reimers und Thomas Wörtche (Foto) ihren reinen E-Book-Verlag CulturBooks starten [mehr…]. Ab Dezember werden monatlich dann drei bis vier Titel erscheinen. buchmarkt.de hat bei Zoë Beck und Thomas Wörtche nachgefragt, wie es zur Verlagsgründung kam und was der Buchhandel davon hat.
Warum haben sie CulturBooks gegründet?
Zoë Beck: Unserem Verlag liegt die denkbar einfachste Idee zugrunde: Wir publizieren nur die Texte, die uns gefallen und die aus unterschiedlichen Gründen nicht verlegt werden. Kurztexte zum Beispiel haben es im klassischen Printverlag sehr schwer, ungewöhnliche Formate, genresprengende Ideen ebenso. Dafür steht CulturBooks in Belletristik wie Sachbuch und in unterschiedlichen Sprachen. Die Bandbreite reicht dabei von der CulturBooks-Single, über die Maxi, das Album bis hin zum Longplayer mit über 500 Seiten. Statt dem Mainstream zu geben, wonach er verlangt, suchen wir das richtige Publikum für die Texte, die uns begeistern. Von uns aus gesehen, sind WIR der Mainstream.
Als weiteres Programmsegment veröffentlichen wir vergriffene Texte, die (noch) nicht als E-Book erhältlich sind und die wir wieder verfügbar machen. Außerdem setzen wir auf Kooperationen mit ausgewählten Verlagen, die zu uns passen und die selbst keine E-Books produzieren oder um deren E-Book-Lizenzen wir uns kümmern.
Wie soll der Buchhandel eingebunden werden?
Thomas Wörtche: Wir glauben, dass der E-Book-Verkauf der Zukunft nicht nur über die Onlineshops, sondern auch über innovative stationäre Buchhandlungen erfolgen wird. Deshalb werden wir gezielt Kooperationen eingehen durch Lesungen, Verlinkungen, Aktionen. Etwa signierte Postkarten oder Poster, dazu Geschenkgutscheine, die über den Handel bestellt werden können und die wir offensive bewerben möchten. Auch E-Literatur soll und wird anfassbar sein können.
Wie sind Sie gerade in dieser Kombination zusammen gekommen? Und wie auf Grin gestoßen?
Wir vier arbeiten schon seit einiger Zeit im Kontext des Onlinemagazins CULTurMAG zusammen. Besonders praktisch: Wir kennen den Buchmarkt aus den unterschiedlichsten Perspektiven: als Autorinnen, Kritiker, Lektorinnen, Redakteure, Leserinnen, Herausgeber– da kommt viel Erfahrung zusammen, die sich gut ergänzt.
Wir haben geschaut, mit welchem Vertriebspartner unsere Pläne sich am besten realisieren lassen würden – und kamen recht schnell auf die junge Firma GRIN Solutions, bei denen Chemie und Interessen stimmten. Über GRIN können außerdem alle Titel frei von hartem Kopierschutz vertrieben werden, ein weiterer Punkt, der uns wichtig war.