
Eine verlagsübergreifende Aktion gestern Abend in Berlin: In der ExRotaprint-Kantine in Wedding feierten Carlsen und Reprodukt in einer öffentlichen Veranstaltung die Premiere ihrer Koch-Comics. Dazu kochte der Schweizer Autor und Zeichner Guillaume Long (Foto) nach Rezepten aus beiden Büchern.
Longs Kann den Kochen Sünde sein? Ein Comic für Genießer ist gerade im Carlsen Verlag erschienen. Neu bei Reprodukt ist Christophe Blains In der Küche mit Alain Passard, ein Porträt des Drei-Sterne-Kochs, der in Paris das Restaurant „L’Arpège“ betreibt (s. auch BuchMarkt, Heft 11/2013). Der Comic-Zeichner hat Alain Passard über zwei Jahre lang in der Restaurantküche über die Schulter geschaut und seine Gärten besucht.
Als die Verlage feststellten, dass sie beide in diesem Herbst mit Comic-Kochbüchern auf den Markt kommen, entschlossen sie sich, die Bücher gemeinsam zu vermarkten. So begrüßten gestern denn auch beide Pressefrauen Claudia Jerusalem-Groenewald (Carlsen) und Jutta Harms (Reprodukt) die zahlreichen Gäste.
In die Kochbuchabteilung? Oder ins Regal mit den Comics? Die Buchhändler hätten mit den neuen Titeln ein Luxusproblem, meinte Thomas Hummitzsch, der Moderator des Abends. Er sprach mit Guillaume Long über dessen Kochleidenschaft, die schon früh geweckt wurde. Er habe seine Hausaufgaben in der Küche gemacht und seiner Mutter beim Kochen zugeschaut, erzählte er.
Die Gäste erfuhren auch, warum scharfe Messer so wichtig sind und wie man einen richtigen Kaffee zubereitet, was auch in dem Comic nachzulesen und vor allem in Bildern zu entdecken ist. Longs nach Jahreszeiten gegliederter Band enthält neben Rezepten auch kulinarische Anekdoten und Warenkunde. In Frankreich ist Long durch seinen Blog „A boire et á manger“ auf der Website von Le Monde seit Jahren bekannt.
Da Christophe Blain wegen des französischen Kinostarts der Verfilmung seiner Politsatire Quai d’Orsay – Hinter den Kulissen der Macht, die ebenfalls bei reprodukt erschienen ist, nicht nach Berlin kommen konnte, servierte die Kantine den Gästen einen außergewöhnlichen Kohlsalat nach seinem Rezept, was an den Tischen für viele Ohs und Ahs sorgte. Mit seiner Methode Auberginen zuzubereiten, ohne dass sie sich mit Öl vollsaugen, konnte Guillaume Long überzeugen. Das Publikum jedenfalls war begeistert – vom Essen und auch von den Büchern.