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Die KrimiZEIT-Bestenliste Dezember – hier zum Ausdrucken

Heute ist die KrimiZEIT-Bestenliste Dezember 2013 in der Wochenzeitung DIE ZEIT erschienen; hier können Sie die Liste downloaden und als Plakat ausdrucken: download(12-KrimiZEIT-Bestenliste_Dezember_2013.pdf). An der Spitze der KrimiZEIT-Bestenliste Dezember 2013 finden Sie neu: M von Friedrich Ani.

Friedrich Ani führt Tabor Süden und die Detektei Liebergesell in eine katastrophische Konfrontation mit der völlig aus dem Ruder laufenden Münchner/bayerischen Naziszene. Und stellt zugleich die Frage nach der Macht der Liebe über alle ideologischen Parteiordnungen hinweg. „Jemand ist verschwunden, auf diese Formel lassen sich die meisten der Ani’schen Tabor-Süden-Romane bringen. Welch welthaltigen Wahnsinn und einsamkeitsverliebten Tiefsinn Ani aus dieser einfachen Konstellation zieht, verblüfft jedes Mal wieder.“ (Andreas Ammer)

Neu auf der KrimiZEIT-Bestenliste Dezember finden Sie fünf Titel, einen englischen, einen norwegischen und drei amerikanische:
Auf Platz 3: Empfindliche Wahrheit von John le Carré (original 2013: A Delicate Truth)
1963 – vor 50 Jahren – drehte John le Carré mit dem Spion, der aus der Kälte kam die Blickrichtung der Spionageliteratur. Nicht mehr der äußere Feind, den es zu bekämpfen galt, stand seitdem im Zentrum, sondern die moralische Rechtfertigung des geheimen Handelns: Der größere, gefährlichere und problematische Feind befand sich in den eigenen Reihen. Dieser Perspektive blieb der 1931 geborene Ex-Geheimdienstler auch nach dem Ende des kalten Krieges treu. Nach einigen schwächeren Büchern bekam er mit dem sogenannten Krieg gegen den Terror wieder historischen Wind unter die Schriftstellerflügel und hat mit Marionetten und Verräter wie wir ein beachtliches Alterswerk vorgelegt. In Empfindliche Wahrheit, le Carrés 23. Roman, verwendet der inzwischen 82jährige seine Meisterschaft zu Intrige und indirekter Rede, um zu zeigen, wie die unterwürfige Zusammenarbeit staatlicher Stellen mit Söldnern des globalen Sicherheitsbusiness zur Ermordung Unschuldiger, zu Aktionen hemmungsloser privater Bereicherung, zu ihrer nachfolgenden Deckung und Vertuschung zugunsten privater Strauchdiebe und letztlich zum Bankrott von Moral, staatlicher Autorität und wünschenswerter Sicherheit führen. Raffiniert geschrieben, intrigant geplottet, zutiefst pessimistisch. „Die große Kunst des John le Carré liegt darin, Glaubwürdigkeit über Effekt zu stellen – und dennoch einen hochspannenden Roman zu schreiben.“ (Sylvia Staude)

Auf Platz 5: Tatjana von Martin Cruz Smith (original 2013: Tatiana)
Das Schicksal der Moskauer Journalistin Tatjana erinnert an das Anna Politkowskajas, die eines Morgens erschossen vor ihrem haus gefunden wurde. Die Mörder sind bis heute nicht überführt. Tatjana ist angeblich vom Dach ihres Hauses gesprungen. Jetzt ist ihre Leiche verschwunden. Arkadi Renko, Ermittler der Staatsanwaltschaft und pessimistischer Held Martin Cruz Smith’ seit Gorki Park (1981) versucht sie, unter wachsender Lebensgefahr, zu finden. Tatjana spielt eine Rolle im Kampf diverser Gangstersyndikate um die Macht, ausgetragen wird er im alten Königsberg, heute Kaliningrad. Martin Cruz Smith schreibt noch lakonischer, sein Held und dessen Kombattanten, darunter das jugendliche Schachgenie Schenja, sind noch stärker als in den früheren Romanen von den Schlägen der Realität und wachsender Hoffnungslosigkeit gegerbt.

Auf Platz 7: In der Nacht von Dennis Lehane (original 2012: Live by Night)
Fast drei Jahre ist es her, dass der letzte Thriller von Dennis Lehane auf deutsch erschienen ist. Das war Moonlight Mile, eine klassische Privatdetektivstory mit seinem Serien-Ermittlerpärchen Patrick Kenzie und Angela Gennaro. Jetzt versucht der Schweizer Diogenes-Verlag ein großes Comeback des Bostoner Autors, den er neu unter Vertrag genommen hat. In der Nacht ist der Folgeband zu The Given Day. Lehane, der an The Wire und Boardwalk Empire mitgeschrieben hat, entfaltet in den beiden Bänden eine fiktive Geschichte der Prohibitionszeit und der Familie Coughlin. Hier steht der jüngere Sohn Joe im Zentrum, der nach einigen lehrreichen Niederlagen und intensiver Knasterfahrung Boston verlässt und Rumschmugglerkönig in Florida wird. Detailreich, atmosphärisch stark, dabei ein realistischer Versuch, den cleveren Gangster als Unternehmer deutlich werden zu lassen, der auch den Reichtum der Nation mehrt.

Auf Platz 8: Koma von Jo Nesbø (original 2013: Politi)
Auch im neuesten, zehnten Roman bleibt lange offen, ob der im Vorläuferband Die Larve schwer verletzte Held der Serie Harry Hole überhaupt noch dabei ist beziehungsweise der namenlose Mann, der isoliert und bewacht im Koma liegt. 200 Seiten muss der Hole-Fan bangen und hoffen, dann ist der Schwerverletzte tot und Hole, derweil als Dozent an der Polizeihochschule untergekommen, wird wieder dringend gebraucht. Ein Mörder auf Vergeltungstrip bringt Polizisten um, und zwar auf die Weise, wie in den Fällen gemordet wurde, die sie immer noch nicht gelöst haben.

Auf Platz 10: Strasse des Todes von Robert Crais: (original 2012: Taken)
Mehr als zehn Jahre ist es her, dass ein Krimi mit dem faszinierend cleveren und gewaltfähigen Ermittlerduo Elvis Cole und Joe Pike auf deutsch erschienen ist. Mag sein, dass sich das Publikum durch Serien wie Breaking Bad an schnellere Schnitte und unkonventionelle Heldenfiguren gewöhnt hat und daher offener ist für die rasanten Szenenwechsel, rabiaten Aktionen und ungeschönte Gewaltdarstelluing des kalifornischen Autors. Amerikanische Kritiker halten Strasse des Todes für eines seiner besten und kompromisslosesten Bücher. Crais greift darin die üblen Machenschaften der bajadores auf. Sie überfallen die Trecks illegaler Einwanderer, die heute zunehmend aus asiatischen Ländern wie Südkorea kommen, und erpressen von ihren bereits in den USA lebenden Verwandten Lösegeld. Meist bringen sie ihre Opfer um, wenn die Zahlungskraft der Verwandten erschöpft ist. Übelstem Gesocks dieser Art fallen die Studenten Jack und Krista zufällig in die Hände. Glück im Unglück: Ihre Familien können schlagkräftige Detektive wie Cole, Pike und deren Buddy Stone engagieren. Ein harter Brocken, der nicht nur den Schauplatz mit Don Winslows Meisterwerk Tage der Toten teilt, sondern auch die unversöhnliche schriftstellerische Haltung.

Unsere Dauerchampions:
Zum dritten Mal steht Jerome Charyn mit Unter dem Auge Gottes auf der KrimiZEIT-Bestenliste.

Wie immer veröffentichen wir auch in diesem Jahr unsere Auswahl der Auswahl: DIE ZEHN BESTEN KRIMIS DES JAHRES 2013 finden Sie ab Donnerstag, den 19.Dezember, auf ZEIT online und beim Nordwestradio.

Die Jury:
Tobias Gohlis, Kolumnist der ZEIT, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, DLF, BR | Gunter Blank, »Sonntagszeitung« | Thekla Dannenberg, »Perlentaucher« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Michaela Grom, SWR | Lore Kleinert, Radio Bremen | Kolja Mensing, »Tagesspiegel« | Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR | Jan Christian Schmidt, »Kaliber 38« | Margarete v. Schwarzkopf, NDR | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, Elder Critic, »NRZ«, »WAZ« | Hendrik Werner, »WeserKurier« | Thomas Wörtche, »Plärrer«, »culturmag«, »DRadioKultur«

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