
Während gestern Abend die Mitarbeiter der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) ihre Sachen zusammenräumten und das Gebäude in der Senefelderstraße verließen, kamen Neugierige zu einem besonderen Termin: Uta Schneider hatte zu einem Gespräch in der Ausstellung Die Bilder der Buchkünstler III im zweiten Obergeschoss eingeladen.
Uta Schneider und Ulrike Stoltz geben unter dem Label usus seit 2002 Künstlerbücher heraus. Beide kennen sich weitaus länger, kamen bereits in der Künstlerinnen-Gruppe Unica T (1986 bis 2001) zusammen und produzierten schon zu dieser Zeit künstlerische Bücher.
Die Arbeit in der Stiftung Buchkunst verband sie ebenfalls; wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten: Ulrike Stoltz gehörte von 1993 bis 1996 der Jury an, Uta Schneider war von 2001 bis 2011 Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst [mehr…]
„Es ist bereits die dritte Buchkünstler-Ausstellung hier bei der SOH“, erklärt Uta Schneider. Die Ausstellungsreihe des Klingspor Museums Offenbach wurde im September 2010 ins Leben gerufen, begann mit Arbeiten von Anton Würth, wurde im Oktober 2011 mit Werken von Barbara Fahrner fortgesetzt und zeigt nun Werke von Schneider und Stoltz, darunter auch solche, die gemeinsam entstanden sind.
Schon beim Treppensteigen fällt dem aufmerksamen Beobachter eine mitunter bereits etwas lädierte Schriftspur am äußeren linken Treppenrand auf. Worte geleiten den Besucher bis zu den hellen Fluren im obersten Stockwerk. Auf den Etagenabsätzen sind Bildschirme angebracht, auf denen Zeichnungen und Künstlerbücher in Bilderfolgen gezeigt werden.
Uta Schneider doziert nicht, sie will mit ihren Gästen ins Gespräch kommen. Das gelingt schnell, denn jeder sieht etwas anderes in den Bildern: die Choreografie für einen Tanz, Musik entsteht im Kopf, Blicke hinter die Zeichnungen führen zu weiteren Themen. Das passiert beispielsweise bei Fliederblätter. „Wir wollten die Zeit festhalten“, beschreibt Uta Schneider die Situation mit ihrer befreundeten Kollegin Ulrike Stortz unterm Fliederbaum. Schnell kommt man von Bildern zu Büchern, wie etwa zu Die fünf Sinne von Michel Serres. Uta Schneider, seit vielen Jahren Dozentin an Instituten für Buch- und Schriftgestaltung, fertigt nicht nur Kunstbücher, gerade erschien der von ihr gestaltete Band 349 Tagebuch der Reise nach Italien über die Schweiz und Deutschland von 1680 bis 1581von Michel de Montaigne in der Anderen Bibliothek.
Dieses Gespräch unter dem Titel Nach der Arbeit bereicherte alle Beteiligten. Eine gute Idee, die sicher auch von anderen aufgegriffen werden könnte.
Die Ausstellung ist zu den Bürozeiten der SOH noch bis etwa Mitte Januar 2014 zu sehen.
JF







