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Dr. Kirsten Steffen über Strategien für die Digital- und Innovationskompetenz in der Buchbranche

Am Freitag, 21. Februar veranstalten die Akademie des Deutschen Buchhandels und Bommersheim Consulting zum zweiten mal „Most Wanted!“-Personalentwicklungskonferenz in München. Im Mittelpunkt steht die Frage nach den Strategien für die Digital- und Innovationskompetenz.

Das war Anlass für Fragen vorab die Moderatorin Dr. Kirsten Steffen:

In zwei Wochen findet Ihre Personalentwicklungskonferenz zum zweiten Mal statt. Was sind angesichts der Dynamik in der Branche die brennenden Themen?

Dr. Kirsten Steffen:
„Führung ist ganz klar Motor der Entwicklung in Unternehmen“

Mit der Digitalisierung und der Internationalisierung der Geschäftsmodelle geht ein tiefgreifender Wandel einher: Die funktionalen Einheiten müssen umgebaut werden zu Matrixorganisationen; damit fallen die typischen Abteilungsgrenzen und Schnittstellen weg.

Was heißt das?

Vorgesetzte haben nicht mehr die Funktion der Zuweisung von Arbeitsaufträgen, sondern organisieren agile Arbeitsprozesse. Digitale Arbeitsweisen lösen funktionale ab. Damit ist dann eng verbunden die Frage nach den Mitarbeitern, die diese Prozesse mitgestalten, diese Innovationen entwickeln und umsetzen, neue, zielgruppengerechte Produkte entwickeln. Und es ist immer wieder die Frage nach den Management- und Führungskompetenzen. Führungskompetenzen, insbesondere die der obersten Führungsebene, werden immer deutlicher benötigt.

Wenn diese Kompetenzen fehlen, kommt es zu sichtbaren Fehlentscheidungen?

Ja, deshalb haben wir Referenten gewonnen, die darstellen werden:
± Wie schaffe ich Innovationskompetenz in meinem Unternehmen?
± Wie steuert mein Management die Organisation durch Krisenzeiten?
± Wie kommen wir von einer funktionalen zu einer Matrixstruktur?

Stimmt, Sie haben auf der Konferenz ein interessantes Portfolio an Vortragenden: Von Google, über Holtzbrinck bis hin zu Haufe und Microsoft. Was kriege ich als Teilnehmer zu hören, was nehme ich mit?

Die Keynote-Speaker sind Frau Hackenjos, Geschäftsführerin von Haufe, und Herr Kohl-Boas, Head of Human Ressources in Mitteleuropa von Google.

Deren Thema?

Hier werden die großen Linien aufgezeigt: Wie können Unternehmen Innovationskompetenz in den verschiedenen Führungsebenen beleben? Von der obersten Managementebene bis hin zu den Projektleitungen: Von den klugen Köpfen geht die Innovationskraft aus!
Wie gewinnt man digitale Wissensmitarbeiter für ein international aufgestelltes Unternehmen – und wie funktioniert dann die Zusammenarbeit dieser internationalen Teams?

Das hört sich an, als zielten Sie nur auf große Firmen?

Ganz sicher nicht: Die best practice Beispiele der Großen lassen sich dabei unbedingt auch auf kleine Einheiten übertragen. Es geht um projektbasiertes Arbeiten in agilen Organisationen, um die Prozessentwicklung und das Change Management. Es werden Antworten und Lösungen vorgestellt, wie zum Beispiel Bastei Lübbe das digitale Knowhow seiner „neuen“ Mitarbeiter mit denen im Verlag verbinden kann, wie man aber auch im Verlag selber dieses innovative Digital-Knowhow aufbauen kann.

Können denn auch die mittleren und kleinen Unternehmen von den großen etwas lernen? Lassen sich die Beispiele überhaupt übertragen?

Ja, unbedingt, denn Personalentwicklung wird direkt bezogen auf die Unternehmensstrategie, auf die Ziele, die ein Unternehmen ansteuert. Und es gibt eindrucksvolle Beispiele, wie Recruiting aussehen kann, wie man mit geschicktem, phantasievollem Recruiting andere Mitarbeiter interessieren kann, sich in der Medienbranche einzubringen. Denn es sind immer häufiger die Bewerber, die sich ein Unternehmen aussuchen, statt dass, wie bisher, die Unternehmen die Wahl haben.

Warum überhaupt eine Konferenz zur Personalentwicklung? Es gibt doch eher weniger, als mehr Stellen. Wozu dann noch Personalentwicklung?

Hier steht die Qualität über der Quantität. Wir brauchen vielleicht nicht mehr Menschen, aber die, die wir brauchen, müssen bestimmte Kompetenzen mitbringen – oder eben entwickeln.
Diese anderen Kompetenzprofile sind aber erstens selten und zweitens auch von anderen Unternehmen heiß begehrt. Wir, die Medienbranche, steht hier im Wettbewerb mit internationalen Technologie-und Informationsdienstleistern. So liegt es nahe, dass wir uns zum Beispiel von Microsoft darstellen lassen, wie deren Recruiting aussieht.
Und wir müssen lernen, dass Personalentwicklung schon lange kein Thema mehr nur für den „Mittelbau“ ist. Personalentwicklung im Sinne von Führungskräfteentwicklung ist ein ganz zentrales Anliegen der obersten Ebene. Wie man im Vortrag von Frau Vischer, Leiterin der Personalentwicklung der Verlagsgruppe Holtzbrinck hören wird, die es am Beispiel von crossmedialem Mentoring darstellt, oder auch im Vortrag von Frau Haselhorst, Leitung PE bei Thieme, die die Führung ganz klar als Motor der Entwicklung im Unternehmen darstellt.

Was müssen denn die Unternehmen aus Ihrer Sicht tun, damit sie interessante Mitarbeiter gewinnen und diese auch halten können?

Das ist eine der Kernfragen, auf die Antworten gefunden und dargestellt werden. Hier geht es auch wieder um die Führungsfragen, um die Führungskultur eines Unternehmens und um die Entwicklungsmöglichkeiten, die jeder hat.
So zeigt Frau Bourmer von Microsoft ein Beispiel für innovatives Recruiting, und mit Herrn Dörnemann, dem Geschäftsführer von ePubli, haben wir einen Geschäftsführer, der erfolgreiches Employer Branding ganz einfach darstellen kann. Auf seine Frage „Wie lockt man Toptalente in Kreuzberger Hinterhöfe?“ gibt er am Round Table die Antwort. Außerdem gibt dieses Format der Round Tables die Chance, gleich mit den Referenten diskutieren zu können – nicht erst in der Kaffeepause.

Das ist doch bestimmt für alle Teilnehmer interessant, warum dann nicht als Vortrag?

In den Roundtables-Sessions werden Themen aufgegriffen, die das Mitdiskutieren reizvoll und möglich machen. Neben Herrn Dörnemann stellt zum Beispiel Frau Kammerer von Springer Science +Business Media, die Möglichkeiten der kontinuierlichen Weiterbildung in einem Unternehmen dar. Herr Scheidt von Elsevier gibt dagegen Einblick, wie man von der bisherigen funktionalen zur Matrix-Organisation kommt, wie sich die Aufgaben im Management ändern und man die Mitarbeiter auf diesem Weg mitnehmen kann. Frau Janßen greift das Thema auf „Führen in der Krise“ – ein derzeit für viele Unternehmen sehr relevantes Thema! An den runden Tischen können eigene Fragen, Ideen, Einwände vorgebracht werden.
Wir wollen eine lebhafte, auf Austausch und Networking ausgerichtete Konferenz mit einem hohen Mehrwert – für die Teilnehmer wie für die Referenten.

Und am nächsten Tag geht es gleich weiter, da kommen dann die neuen, jungen Mitarbeiter zum „Recruiting Day“.

Ja, am Samstag, 22. Februar kommen die Berufsanfänger, die jungen Talente, die neugierig sind, welche Chancen und Möglichkeiten Ihnen die Medienunternehmen anbieten können. Auch der Recruiting Day findet zum zweiten Mal statt und so, wie es jetzt aussieht, werden wieder sehr, sehr viele interessierte High Potentials kommen. Die Zahl der ausstellenden Verlage hat sich verdoppelt, das Format ist absolut angekommen. Wir rechnen wieder mit gut 400 Besuchern und die Verlage werden sicherlich bald etliche junge Mitarbeiter mehr haben!

Dr. Kirsten Steffen ist geschftsführende Gesellschafterin von Bommersheim Consulting

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