Die Kunststiftung NRW vergibt zum ersten Mal das mit 3.000 Euro dotierte Nachwuchsstipendium für Literaturübersetzung. Am 23. Mai wurde Gundula Schiffer im Rahmen der Veranstaltung Sprachwandeln. Düsseldorfer Tage zur Kunst des Übersetzens für die Übersetzung des Romans Avedot der israelischen Autorin Lea Goldberg aus dem Hebräischen ausgezeichnet.
Das Auswahlverfahren erfolgte in Form eines Wettbewerbs: Die Übersetzungsprojekte der Kandidatinnen und Kandidaten wurden vor der Jury präsentiert.
Zur Jury gehörten: Übersetzerin Dr. Susanne Lange, der Journalist Dr. David
Eisermann, die Romanisten Prof. Dr. Hans Theo Siepe und Dr. Vera Gerling, der
Germanist Prof. Bernd Kortländer und Dagmar Fretter (Fachbereichsleiterin
Literatur der Kunststiftung NRW.
In der Jurybegründung heißt es: „Die eigenständige, wortmächtige und emanzipierte Stimme einer Grenzgängerin zwischen Ost und West stellt für die Übersetzung eine besondere Herausforderung dar. Durch ihren hoch reflektierten und historisch fundierten Umgang mit den spezifischen sprachlichen und stilistischen Besonderheiten des Originals beeindruckt die junge Übersetzerin Gundula Schiffer.“
Die 1980 in Bergisch Gladbach geborene Übersetzerin für Hebräisch, Französisch und Englisch lebt in Köln. Nach ihrem Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie in München widmete sie sich der hebräischen Sprache und Literatur.
Die Kunststiftung NRW wurde 1989 von der Landesregierung unter Ministerpräsident Johannes Rau als Stiftung für Kunst und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen errichtet und unterstützt herausragende künstlerische Positionen und Projekte. Ein Förderschwerpunkt ist die Literaturübersetzung. Die Fördermittel der Kunststiftung NRW speisen sich aus Lotterieerlösen des staatlichen Anbieters WestLotto.