
Gestern Abend stellte Monika Steinkopf, Inhaberin der Berger Bücherstube im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim, das Buch Gold, erschienen im Reclam Verlag Ditzingen, vor. Dabei wurde sie von Hans Sarkowicz, hr2-kultur, und der Märchenerzählerin Gudrun Rathke unterstützt.
Monika Steinkopf hat jahrelang Texte zum Thema Gold gesammelt, in zweijähriger Arbeit ist nun das von ihr herausgegebene, mit vielen Abbildungen versehene Buch entstanden, das sich mit dem Mythos des Edelmetalls in Kunst und Dichtung beschäftigt.
2008 hatte die engagierte Buchhändlerin ihr erstes selbst geschriebenes Buch Ton und Krüge vorgelegt, sie hatte schon lange ein Projekt zum Thema Silber und Gold im Kopf. „Daraus ist nichts geworden, aber das Gold ist geblieben“, sagt sie im Gespräch mit Hans Sarkowicz. Großen Anteil an der Realisierung des Buches hatte der selbstständige Verlagsvertreter Raphael Pfaff; er brachte Monika Steinkopf und den Reclam Verlag zusammen.
„Das Buch ist meinen Freunden und Kollegen und vor allem meinen Mitarbeiterinnen in der Bücherstube gewidmet“, erklärt Steinkopf vorab.
Wie kam sie aber auf das Edelmetall? „1959 war ich in Köln auf der Buchhändlerschule und sah die Ausstellung Gold aus Peru, die mich sehr beeindruckte. Dann kam aber erst einmal die Liebe zur Keramik. Ich lernte beim Töpfern eine Freundin kennen, die Goldschmiedin war, begleitete sie auf der Messe. Die erste 10.000 D-Mark teure Goldkette, die ich über die Messe tragen half, habe ich schnell wieder an den Stand zurückgebracht – das kostbare Stück war mir unheimlich“, erzählt Steinkopf.
Die Texte zum vorliegenden Buch hat sie zunächst in der eigenen umfangreichen Bibliothek gefunden. Dann hat sie weiter gestöbert und geforscht. „Die Rechte für die Texte waren gar nicht so einfach zu bekommen“, erwähnt sie und ergänzt „bei den Bildrechten wurde es noch komplizierter.“
Das Buch hat sieben Kapitel, die sich mit Mythen und Märchen, dem himmlischen Glanz, dem Goldschmiedehandwerk, Gold als Liebespfand und Liebesgabe, der Suche nach dem Schatz, mit weltlicher Pracht und mit goldener Weisheit beschäftigen. Dabei gibt es allerlei Amüsantes und Interessantes zu entdecken; wer weiß schon, dass sich aus einem Gramm Gold ein zwei Kilometer langer Faden spinnen lässt. Oder dass das 45-teilige Goldene Kaffeezeug von August dem Starken, heute im Grünen Gewölbe in Dresden zu bewundern, von Johann Melchior Dinglinger emailliert wurde, damit es wie Porzellan aussah, das in Europa erst acht Jahre später, 1709, von Johann Friedrich Böttger, erfunden wurde.
Nach der Buchpräsentation gab es „Regenbogenschüsselchen“, Vorläufer der Goldmünzen. Allerdings nicht aus dem Edelmetall, sondern aus Teig – mitgebracht hatte die Leckerei eine treue Kundin.
JF