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Wie war Ihr Jahr, Jochen Grieving und Birgit Lange-Grieving?

Jochen Grieving und Birgit Lange-Grieving

Seit dem 6.12. (Nikolaustag) bis zum 6.1. (Heilige drei Könige) fragen wir wieder in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“ Heute beantworten Jochen Grieving und Birgit Lange-Grieving aus der Buchhandlung transfer. bücher und medien in Dortmund unseren „anderen“ Fragebogen.

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Welcher Tag war Ihr schönster im vergangenen Jahr?
Wir hatten viele – die Begegnungen mit Autoren und Publikum bei unseren Veranstaltungen, von Felix Scheinberger im Januar über unser Comicfestival bis hin zu Thomas Gsella im November. Die Vorstellung von Kilifü und Kanon der Literatur (zusammen mit unserem tollen Kollegen Thomas Schmitz). Und: Stefan Weidles Optieren für den inhabergeführten Buchhandel.

2

Worüber haben Sie sich 2014 am meisten geärgert?
Immer wieder über ignorante Presse, die kulturelle Leistung von Autoren und Kreativen nicht erkennt und kommuniziert. Besonders aber über eine Kleinigkeit: der Wettbewerb zum digitalen Schaufenster zeigte für uns exemplarisch ein wichtiges und grundlegendes Thema als Verbandsangelegenheit verheizt, Relevanz und inhaltliche Fragestellung inadäquat auf Äußerlichkeit reduziert. Buchhandlungen und Verlage, die hier bereits erfolgreich unterwegs sind, bleiben außen vor.

3

Was war 2014 Ihr schönster Erfolg?
Eine neue Hausbank zu einer guten Zusammenarbeit auf Augenhöhe gewonnen zu haben. Der Besuch von Markus Weber vom Moritz Verlag und sein Zusammentreffen mit der Klasse U4 der Evinger Max-Wittmann-Förderschule zeigte uns eindrucksvoll, dass wir mit unserem Konzept „Plattform Buchhandel“ auf dem richtigen Weg sind. Das tolle Echo der Kollegen auf unseren Vortrag über Intermedialität im Buchhandel bei der Jahrestagung der AWS. Und natürlich die kontinuierliche Steigerung unseres Geschäftes. Und nicht zu vergessen: die Begeisterung der Autoren, die bei uns zu Gast sind.

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Und Ihr traurigster Misserfolg war…?
Gab keinen. Nur die Widrigkeiten des Alltags, mit denen wir alle hier umgehen müssen.

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Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag im letzten Jahr?
Nicht zuletzt auf Grund des Erlebten (s. 3.) ist der Moritz Verlag uns in diesem Jahr besonders ans Herz gewachsen. Ansonsten alle, die tolle Bücher machen. Stellvertretend können wir da für dieses Jahr Nautilus, Suhrkamp und Schöffling nennen. Aber auch unsere Lieblingsdienstleister müssen erwähnt werden: Softlevel und Readbox sind Partner, die man sich wünschen kann.

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Von welchem Thema wollen Sie (warum) im neuen Jahr nichts mehr lesen?
Von allem, mit dem man sich in der (verbandsnahen) Branchenpresse nicht wirklich auseinandersetzt: z. B. über das Scheitern von Großstadt-Buchhandlungen, deren Konzepte niemals analysiert werden, das ständige Hypen sog. „digitaler Strategien“, deren Durchsetzungsfähigkeit nie kritisch hinterfragt oder beobachtet wird. Und alles weitere, das zeigt, dass man zwar vom Buchhandel einen erfolgreichen „Communicative Turn“ erwartet, aber selber nicht in der Lage ist, einen solchen zu leisten (s. 3.). Und das werden ziemliche viele Themen sein.

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Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?
Über erfolgreiche Arbeit der Kollegen in Buchhandel, Verlag und Dienstleistung – und auch deren Zusammenarbeit. Und bitte auf eine Weise dargestellt, die den Leser aus der Branche – und insbesondere auch aus dem Buchhandel – als Kompetenzpartner realisiert und nicht als armes Lieschen Müller, welches man nicht überfordern darf.

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Welchen Fehler aus 2014 möchten Sie in diesem Jahr vermeiden?
Das Interesse an unserer Arbeit immer als authentisch und verbindlich einzuschätzen. Viel zu oft soll nur eine tolle Buchhandlung vorgezeigt werden, das ‚Dahinter‘ scheint meist zu anstrengend.

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Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?
Raten Sie mal!

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Welches Buch hat Ihnen dieses Jahr besonders viel Freude gemacht?
Vor dem Fest“ von Sasa Stanisic. War unser Tipp für Leipzig und eine grandiose Veranstaltung mit einem wunderbaren Autor.

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Welches wird Ihr wichtigstes Buch im kommenden Jahr?
Die Krimi Leute freuen sich auf die Fortsetzung von „Tage der Toten„. Ansonsten: Lassen wir uns mal überraschen.

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Von wem würden Sie auch gern mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?
Von Peter Kolling, proust- wörtertöne in Essen

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Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?
Was wir uns für das neue Jahr wünschen.

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Hier können Sie die auch beantworten:
Dass die „großen Veränderungen“ mehr über die kleinen Schritte in der täglichen Arbeit verankert werden: mehr Zusammenarbeit und Kommunikation, Ideen entdecken und würdigen, Kompetenzen und Erfahrungen anfragen und weitergeben, mit der Einsicht, dass wir unseren Buchhandel nur gemeinsam voranbringen.

Morgen antwortet [Hans-Peter Kübler, gestern stellte sich Nina George unseren Fragen [mehr…].]

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